Der japanische Kabel- und Infrastrukturspezialist Fujikura gehört am Dienstag zu den größten Gewinnern des Tages. Die Aktie steigt um 7,24 Prozent auf 33,99 Euro. Auslöser ist eine breite Kaufwelle an der Tokioter Börse, die den Nikkei 225 um über 1.198 Punkte nach oben katapultiert – zurück über die 70.000er-Marke.

Tech-Sektor als Treiber

Im Zentrum der Rallye stehen japanische Technologie- und Halbleiterwerte. Fujikura wird neben Branchengrößen wie Tokyo Electron und Taiyo Yuden als einer der stärksten Tagesgewinner genannt. Anleger setzen verstärkt auf Unternehmen, die die Hardware-Infrastruktur für KI-Rechenzentren liefern. Genau hier liegt Fujikuras Spezialgebiet: Spezialkabel und Stromversorgungslösungen für Hochleistungsrechner.

Hinzu kommt eine kolossale Investitionsankündigung aus Südkorea. Samsung und der SK-Konzern haben am Dienstag zugesagt, gemeinsam 896 Billionen Won (578 Milliarden Dollar) in ein KI- und Halbleiterzentrum im Südwesten des Landes zu stecken. SK-hynix-Chef Kwak Noh-jung bestätigte Pläne für ein 1-Gigawatt-KI-Rechenzentrum und zwei neue Chip-Fabriken. Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur sei „explosiv“ und übersteige die aktuellen Kapazitäten, so der Manager.

Kupferhunger der Rechenzentren

Solche Großprojekte treiben den Bedarf an Kabeln und Stromkomponenten massiv nach oben. Branchenanalysen zufolge verbrauchen moderne KI-Rechenzentren drei- bis viermal so viel Kupfer wie herkömmliche Anlagen. Großanlagen kommen auf bis zu 50.000 Tonnen des Metalls.

Gleichzeitig bleibt Kupfer knapp und teuer. Der Kassa-Preis an der London Metal Exchange liegt hartnäckig bei fast 15.000 Dollar pro Tonne – angetrieben von einem prognostizierten Angebotsdefizit von bis zu 330.000 Tonnen im laufenden Jahr. Analysten sprechen von einem „generationellen“ Infrastrukturwandel und erwarten, dass die KI-Rechenzentrums-Industrie bis 2030 einen Umsatz von 3,5 Billionen Dollar erreichen könnte.

Technische Einordnung

Der heutige Kurssprung folgt auf eine Phase hoher Schwankungen. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 138 Prozent. Auf Sicht von sieben Tagen notiert die Aktie 1,46 Prozent im Minus, über 30 Tage summiert sich das Plus auf 35,98 Prozent.

Der RSI für 14 Tage steht bei 55,3 – ein neutraler bis leicht bullischer Wert. Das spricht dafür, dass der aktuelle Anstieg auf fundamentalen Faktoren beruht und nicht auf reiner Spekulation. Zumindest vorerst.