Die Aktie von Fujikura setzt ihren Aufwärtstrend am heutigen Montag fort und verzeichnet im europäischen Handel einen deutlichen Wertzuwachs. Der aktuelle Kurs liegt bei 32,90 €, was einer Tagesveränderung von 7,8% entspricht. Damit reagieren Investoren hierzulande verzögert auf eine extrem starke Handelswoche an der Tokioter Börse, in der das Papier zeitweise als bester Wert im Nikkei 225 abschnitt.

Getragen wird die Dynamik von einer Kombination aus einer angehobenen Jahresprognose und dem massiven Ausbau von Kapazitäten für Künstliche Intelligenz (KI).

Kräftiges Kursplus nach positiven Impulsen

Bereits am vergangenen Donnerstag dominierte Fujikura das Geschehen am japanischen Aktienmarkt. Das Papier stieg in Tokio um 19,38% auf 6161,0 Yen und führte damit die Gewinnerliste im Leitindex an.

Laut Bloomberg profitierte der gesamte japanische Technologiesektor zum Ende der vergangenen Woche von nachlassenden Sorgen um US-Zinserhöhungen, nachdem die dortigen Erzeugerpreise schwächer als erwartet ausgefallen waren. Dies löste insbesondere bei Elektronikkomponenten-Herstellern eine Kaufwelle aus.

Die Marktkapitalisierung von Fujikura beläuft sich nach der jüngsten Rallye auf umgerechnet 50,93 Milliarden €. Das Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Glasfaserkabeln spezialisiert hat, rückt zunehmend in den Fokus von Anlegern, die vom Ausbau der globalen Dateninfrastruktur profitieren wollen.

Erhöhte Prognosen und starke Quartalsergebnisse

Ein wesentlicher Treiber für das hohe Anlegervertrauen war die Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 am 7. August. Fujikura meldete für diesen Zeitraum einen Umsatz von 402.009 Millionen Yen sowie einen Nettogewinn von 80.434 Millionen Yen. Aufgrund dieser starken Entwicklung hob das Management die Erwartungen für das gesamte Geschäftsjahr bis März 2027 an.

Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen nun mit einem Nettoumsatz von 1.755.000 Millionen Yen und einem operativen Gewinn von 432.000 Millionen Yen. Der den Anteilseignern zurechenbare Gewinn wird auf 326.000 Millionen Yen geschätzt. Parallel dazu gab das Unternehmen eine Dividende von 19,00 Yen pro Aktie bekannt, wobei hier bereits ein zuvor durchgeführter Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 6 berücksichtigt wurde.

Fokus auf KI-Rechenzentren und Expansion in den USA

Die operative Stärke ist eng mit dem Boom bei KI-Anwendungen verknüpft. Wie die Japan Times berichtet, sieht sich der Konzern auf einem klaren Wachstumspfad, da die Nachfrage nach speziellen Glasfaserkabeln für KI-Rechenzentren ungebrochen ist. Laut CEO-Angaben erhält Fujikura derzeit Aufträge von fast allen großen US-Hyperscalern. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, plant das Unternehmen eine massive Ausweitung seiner Produktionskapazitäten.

Bis zu 260 Milliarden Yen sollen in den Ausbau der Fertigung in den USA fließen, wie Nikkei Asia berichtete. Insgesamt stellt das Unternehmen Investitionen von bis zu 300 Milliarden Yen in Aussicht, um die Produktion in Japan und den Vereinigten Staaten an jedem Standort potenziell zu verdreifachen. Zur Unterstützung dieser Strategie wurde in Delaware die Tochtergesellschaft Fujikura Optical Cable Systems LLC gegründet.

Zusätzlich zur Expansion treibt Fujikura die Bereinigung seines Portfolios voran. Medienberichten zufolge wurde im Juli der Ausstieg aus einem chinesischen Glasfaser-Joint-Venture durch den Verkauf eines 60-prozentigen Anteils besiegelt. Diese Konzentration auf margenstarke Kernmärkte und die strategische Ausrichtung auf den US-Markt unterstreichen den aktuellen Wachstumskurs des Unternehmens.