Künstliche Intelligenz treibt die Nachfrage nach Glasfaserkabeln auf Rekordhöhen. Fujikura profitiert davon enorm. Aber nun trifft den japanischen Konzern ein juristischer Tiefschlag in Europa. Das europäische Patentamt hat ein wichtiges Schutzrecht für hochverdichtete Kabel komplett widerrufen.
Die Entscheidung ist endgültig. Die Beschwerdekammer kippte das Fujikura-Patent vollständig. Damit gewinnt der Konkurrent Sterlite Technologies den jahrelangen Streit um die sogenannte Celesta-Kabelfamilie. Das Urteil hebt einen Beschluss des britischen High Courts vom Oktober 2025 auf. Damals hatten die Richter noch zugunsten der Japaner geurteilt. Jetzt fordert Sterlite seine Anwaltskosten zurück.
Extreme Kontraste
Der Verlust kommt zur Unzeit. Erst vor wenigen Wochen verkündete das Management ehrgeizige Wachstumspläne. Der Glasfaserhersteller investiert umgerechnet knapp 1,9 Milliarden US-Dollar in neue Produktionsanlagen. Die Kapazitäten in Japan und den USA sollen sich verdreifachen.
Ein großer Teil fließt in das Sakura-Werk. Dort startet die erweiterte Produktion im Jahr 2030. Fujikura will damit den gewaltigen Infrastruktur-Bedarf für KI-Rechenzentren decken. Aktuell kann das Unternehmen nicht einmal alle Kundenanfragen bedienen.
Aktionäre reagieren nervös auf den juristischen Dämpfer. In den vergangenen sieben Handelstagen verlor das Papier 11,3 Prozent. Am Freitag schloss der Kurs dann bei 29,27 Euro. Das entspricht einem leichten Tagesgewinn von 4,3 Prozent.
Trotz des Rückschlags steht auf Monatssicht noch ein Plus von gut 10 Prozent. Die extreme Schwankungsbreite der Aktie bleibt jedoch bestehen. Die annualisierte Volatilität liegt bei enormen 135 Prozent.
Umsetzung unter Druck
Das Urteil stärkt nun die Konkurrenz in Europa. Sterlite kann seine Kabel dort ohne rechtliche Risiken vertreiben. Fujikura muss derweil seine massive Expansion fehlerfrei umsetzen. Verzögerungen beim Bau der neuen US- und Japan-Werke würden die ambitionierten Gewinnziele gefährden. Konkrete Updates zum Zeitplan der Sakura-Fabrik und eventuelle Anpassungen der Kapazitätsziele liefern die nächsten Quartalszahlen.
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