Futura Medical baut sein US-Geschäft radikal um. Das Pharmaunternehmen übernimmt künftig selbst die Kontrolle über die Vermarktung seines Potenzgels Eroxon. Diese strategische Entscheidung befeuert die Aktie deutlich.

Das Papier springt heute um über zwölf Prozent auf 0,45 GBP. Am Dienstag lag der Schlusskurs noch bei 0,40 GBP. Die annualisierte Volatilität erreicht mit 160 Prozent einen extrem hohen Wert.

Direkte Kontrolle in Amerika

Bisher setzte Futura auf klassische Lizenzmodelle. Nun steuert das Management Markenstrategie und Werbeinvestitionen in den USA in Eigenregie. Dafür nutzt das Unternehmen die Marktexpertise des Partners MPG.

Das Ziel ist eine höhere Schlagkraft beim wichtigsten Produkt. Eroxon ist in den USA bereits als rezeptfreies Gel zugelassen. In Europa wird das Mittel ebenfalls ohne Rezept vertrieben.

Rechtsstreit um Europa-Patent

Parallel dazu kämpft Futura Medical an der Rechtsfront. Das Europäische Patentamt hat ein Patent für MED3000 widerrufen. Das Unternehmen hat dagegen bereits Berufung beim technischen Beschwerdeamt angemeldet.

Während des laufenden Verfahrens bleibt der Patentschutz jedoch bestehen. Futura betont, dass bestehende Lieferverträge oder die aktuelle Vermarktung nicht gefährdet sind. Andere Patente im Portfolio bleiben von der Entscheidung unberührt.

Zahlen und Pipeline

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Futura einen Umsatz von 1,7 Millionen Pfund. Die Bruttomargen liegen mit 73 Prozent auf einem hohen Niveau.

Unter dem Strich verbuchte das Unternehmen jedoch einen operativen Verlust von 4,5 Millionen Pfund. Nach einer Kapitalerhöhung über 2,7 Millionen Pfund konzentriert sich der Vorstand auf Kostendisziplin. In der Entwicklung befinden sich ferner Eroxon Intense sowie ein Gel gegen weibliche Sexualfunktionsstörungen.

Der Fokus liegt nun auf der Umsetzung der neuen US-Struktur. Parallel dazu entscheidet das Berufungsverfahren beim Patentamt über die langfristige Schutzdauer des Kernprodukts in Europa.