Gute Nachrichten aus der Forschung, schlechte Nachrichten für den Aktienkurs. Futura Medical präsentiert vielversprechende Studienergebnisse für sein neues Frauenprodukt WSD4000 – und die Aktie stürzt dennoch ab. Gut 13 Prozent Verlust am Mittwoch, der Kurs steht bei 0,45 Pfund. Auf Monatssicht sind es sogar 35,7 Prozent.

Die Gründe für den Kursrutsch liegen woanders.

Neue Partnerschaft für Eroxon

Der eigentliche Paukenschlag kam Ende Juni. Futura Medical kündigte die Zusammenarbeit mit Haleon für den US-Vertrieb von Eroxon®. Der Launch im Oktober 2024 lief schleppend, Haleon räumte dem Produkt keine Priorität mehr ein. Die Konsequenz: Futura erhielt eine Abfindung von 1,9 Millionen Dollar und bekam alle US-Rechte zurück. Dafür verzichtete das Unternehmen auf eine Patent-Meilensteinzahlung.

Die neue Strategie heißt MPG. Mit der Agentur Market Performance Group soll der Vertrieb ab September neu aufgesetzt werden. Futura setzt künftig auf einen eigenen, aktiveren Ansatz – raus aus dem reinen Lizenzmodell, rein in die Hybridlösung. Das Ziel: mehr Kontrolle, bessere Margen.

WSD4000: Studie mit elf Probandinnen

Die positive Nachricht des Tages: die Daten zu WSD4000. In einer ersten Machbarkeitsstudie mit elf Probandinnen zeigte das Präparat gegen weibliche Funktionsstörungen ermutigende Ergebnisse. Weitere Tests stehen an – eine Heimstudie, eine placebokontrollierte Klinikstudie. Gelingt das, plant Futura eine Phase-3-Studie. Der Marktstart ist für das erste Quartal 2028 anvisiert.

Klingt nach Fortschritt. Allerdings: bis dahin ist es ein weiter Weg – und vor allem ein teurer.

Finanzielle Lage bleibt angespannt

Das Geld reicht. Aber nur knapp. Die Haleon-Abfindung plus die vorhandenen Barmittel decken die Kosten bis Oktober 2026. Der Vorstand prüft weitere Finanzierungsoptionen. Die Bilanz für 2025 zeigt Umsätze von 1,7 Millionen Pfund bei einem operativen Verlust von 4,5 Millionen. Negativer Free Cashflow inklusive.

Bis September muss die MPG-Partnerschaft liefern. Und bis dahin bleibt offen, ob Investoren Vertrauen in die neue US-Strategie fassen. Der WSD4000-Pipeline-Ausblick gibt Hoffnung. Die nackten Zahlen erstmal nicht.