Galderma Aktie: Rechtliche Niederlage

Ein Schiedsgericht wies Galdermas Klage ab und bestätigte die Beendigung der Forschungskooperation mit Ipsen. Der Zugang zur Pipeline mit dem Kandidaten IPN10200 geht verloren.

Galderma Aktie
Kurz & knapp:
  • Schiedsspruch bestätigt Ende der Forschungspartnerschaft
  • Verlust des Zugangs zu Ipsens Neuromodulator-Pipeline
  • Bestehende Vertriebsvereinbarungen bleiben bestehen
  • Fokus auf hauseigene Produkte wie Restylane und Relfydess

Galderma muss einen herben Rückschlag verkraften. Ein Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer (ICC) hat am 21. Januar 2026 zugunsten von Ipsen entschieden und Galdermas Klage abgewiesen. Die Entscheidung bestätigt die Beendigung der Forschungspartnerschaft im Bereich Neuromodulatoren für ästhetische Anwendungen, die seit 2014 bestand.

Der Schweizer Dermatologie-Konzern hatte gehofft, die Kündigung der Vereinbarung rückgängig zu machen. Vergebens. Das Schiedsgericht stellte fest, dass Ipsen die volle Kontrolle über seine klinischen Toxin-Programme im ästhetischen Bereich behält – einschließlich des vielversprechenden Kandidaten IPN10200.

Was bedeutet der Verlust?

Galderma verliert damit den Zugang zu einer Pipeline früher Neuromodulator-Entwicklungen. IPN10200, Ipsens rekombinantes Molekül der ersten Generation, zeigt in Phase-II-Studien eine längere Wirkdauer als herkömmliche Präparate. Die LANTIC-Studie mit 727 Teilnehmern untersucht das Mittel bei drei ästhetischen Indikationen – Stirnfalten, Zornesfalten und Krähenfüße.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Galderma?

Pikant: Während Galderma diese Entwicklungschance verliert, darf der Konzern die bestehenden Ipsen-Produkte Dysport, Azzalure und Alluzience weiter vertreiben. Das Unternehmen betont, dass die kommerzielle Seite des Geschäfts unberührt bleibt.

Fokus auf eigene Innovation

Das Management zeigt sich dennoch selbstbewusst. Man verweist auf die hauseigenen Entwicklungen: Restylane als breitestes Hyaluronsäure-Portfolio der Branche, Sculptra als ersten bewiesenen regenerativen Biostimulator und Relfydess – den ersten gebrauchsfertigen Flüssig-Neuromodulator mit proprietärer PEARL-Technologie.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Galderma?

Auf dem IMCAS-Kongress vom 29. bis 31. Januar 2026 in Paris präsentiert Galderma zehn Poster mit neuen Studiendaten. Die Schwerpunkte: Sculptra erhielt die EU-MDR-Zertifizierung für vier Körperbereiche – Gesäß, hintere Oberschenkel, Dekolleté und Oberarme. Klinische Daten belegen Verbesserungen bei Cellulite-Erscheinung, Festigkeit und Konturierung.

Für Relfydess zeigen neue Analysen eine Wirkung bereits ab Tag 1 mit Resultaten über sechs Monate bei Zornesfalten und Krähenfüßen. Die Restylane-Produktreihe demonstriert in mehreren Post-Marketing-Studien Sicherheit und Wirksamkeit – von der Kinnformung über Kieferlinien-Definition bis zur Faltenglättung im Dekolleté-Bereich.

Ungewisse Auswirkungen

Wie stark der Verlust der Ipsen-Partnerschaft Galdermas Innovationskraft langfristig beeinträchtigt, bleibt abzuwarten. Das Unternehmen setzt auf sein flexibles Geschäftsmodell – von interner Entwicklung bis zu externen Kooperationen. Doch die Konkurrenz schläft nicht, und der Wettlauf um die nächste Generation von Neuromodulatoren läuft auf Hochtouren.

Galderma-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Galderma-Analyse vom 22. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Galderma-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Galderma-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Galderma: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Über Felix Baarz 1549 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.