Ein Triebwerk, das in der Höhe neu startet — und zwar mit Wasserstoff. GE Aerospace hat einen entscheidenden Test bestanden. Die Tochter Avio Aero führte die Zündversuche am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Lampoldshausen durch. Das EU-geförderte HYDEA-Programm lieferte den Rahmen. Das Ergebnis: Das firmeneigene Unison-Zündsystem funktioniert auch unter extremen Bedingungen.
Damit rückt Wasserstoff als Antriebsquelle für die kommerzielle Luftfahrt einen Schritt näher.
Technologieoffensive auf mehreren Ebenen
Parallel zum Wasserstoffmotor arbeitet GE Aerospace an der AMBER-Initiative. Dort hat das Unternehmen kürzlich ein Brennstoffzellensystem in der Megawatt-Klasse validiert. Beide Projekte fließen in das RISE-Programm ein. Gemeinsam mit dem französischen Partner Safran entwickelt GE Aerospace neue Triebwerksarchitekturen. Ziel: Der Treibstoffverbrauch soll um rund 20 Prozent sinken.
Gleichzeitig investiert der Konzern kräftig in die Produktion. In North Carolina fließen 160 Millionen Dollar in vier Fertigungsstätten. So will GE Aerospace die steigende Nachfrage bedienen und die Lieferketten stärken.
Indien als Wachstumsmarkt
Auch international sucht GE Aerospace neue Geschäftsfelder. Am 20. Juni trafen sich Vertreter des Unternehmens in Indien mit US-Beamten und Branchenkollegen. Im Fokus: Wartungs- und Reparaturdienstleistungen (MRO). Angesichts der wachsenden indischen Flugzeugflotte ein strategisch kluger Zug.
Die Aktie profitiert vom Optimismus. Am Freitag schloss sie bei 311,25 Euro. Auf Monatssicht beträgt das Plus 19,28 Prozent, seit Jahresanfang 13,59 Prozent. Der RSI von 73,5 deutet auf eine überkaufte Marktlage hin. Das könnte in den kommenden Tagen für eine Verschnaufpause sorgen.
Die nächste fundamentale Prüfung folgt im Juli. Dann legt GE Aerospace die Quartalszahlen vor. Nach einem starken ersten Quartal mit 24,6 Prozent Umsatzwachstum bleibt der Markt gespannt, wie der Konzern seinen milliardenschweren Auftragsbestand abarbeitet.
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