Geberit hat sich nach dem Rutsch auf ein neues 52-Wochen-Tief wieder etwas gefangen. Die Aktie schloss am Freitag bei 554,20 Euro und lag damit nur noch knapp über ihrem Jahrestief. Auf Wochensicht steht ein Plus von 1,21 Prozent zu Buche. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bleibt mit 22,90 Prozent aber deutlich.

Technische Erholung nach dem Tief

Der Kursverlauf zeigt vor allem eines: Der Verkaufsdruck hat nachgelassen. Ende der Vorwoche war der Titel noch bis auf 541,80 Euro gefallen. Von dort aus kam eine Gegenbewegung in Gang.

Das Umfeld bleibt trotzdem angespannt. Die Aktie notiert unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 581,56 Euro und auch klar unter der 200-Tage-Linie. Der RSI liegt bei 57,2 und signalisiert keine überkaufte Lage. Die 30-Tage-Volatilität von 22,51 Prozent zeigt, wie nervös der Markt den Wert weiter handelt.

Operativ solide, regional gemischt

Fundamental liefert Geberit weiter ein stabiles Bild. Im ersten Quartal stieg der Umsatz währungsbereinigt um 3,4 Prozent. Vor allem Nahost und Afrika legten mit 13,5 Prozent kräftig zu, Europa wuchs um 3,3 Prozent.

Schwächer lief es in Fernost und Amerika. Dazu kamen negative Währungseffekte von rund 35 Millionen Franken. Trotzdem hielt das Management die Profitabilität auf hohem Niveau. Das stützt die Aktie in einem Markt, der zyklische Werte derzeit nicht großzügig bewertet.

Analysten bleiben konstruktiv

Auch die Schätzungen am Markt fallen nicht schlecht aus. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 554,05 Franken. Für 2026 erwarten Analysten im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 18,80 Franken.

Für Einkommensinvestoren bleibt der Titel ebenfalls interessant. Für das laufende Geschäftsjahr wird eine Dividende von 13,13 Franken je Aktie erwartet, nach 12,90 Franken im Vorjahr. Das Renovationsgeschäft, das rund 60 Prozent des Umsatzes ausmacht, wirkt dabei weiter als stabiler Anker.

Im Blick bleibt nun der Sommer. Neue detaillierte Zahlen zum Geschäftsverlauf will Geberit im August mit dem Halbjahresbericht vorlegen. Bis dahin dürften vor allem die Konjunkturdaten aus der Eurozone und die Zinspolitik den Ton für den Kurs setzen.