Ein chinesischer Autokonzern, der den US-Markt über eine schwedische Marke erschließt — die Strategie klingt ungewöhnlich, folgt aber einer klaren Logik. Geely Automobile Holdings nutzt seine westlichen Beteiligungen als Umgehungsroute rund um die US-Zollmauer.
Volvo-Werk als Türöffner
Das Volvo-Montagewerk in Ridgeville, South Carolina, steht im Zentrum dieser Überlegungen. Die Anlage ist derzeit unterausgelastet — sie fertigt den EX90 und den Polestar 3, beide mit schleppenden Verkaufszahlen. Volvo ist grundsätzlich bereit, dort auch Geely-Elektrofahrzeuge zu produzieren. Für Geely wäre das ein direkter Zugang zu US-Fertigungskapazitäten, ohne eine eigene Fabrik bauen zu müssen.
Neben Volvo hält die Muttergesellschaft Zhejiang Geely Holding Group Beteiligungen an Polestar und Lotus — zwei Marken mit bestehenden Händlernetzwerken in den USA. Der Zugang zu diesen Strukturen könnte einen Markteintritt erheblich beschleunigen.
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Zölle und Konnektivitätsregeln als Doppelbarriere
Der Weg ist trotzdem steinig. Gestapelte US-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge machen einen direkten Import kommerziell unrentabel. Hinzu kommen neue Vorschriften, die auf chinesische Fahrzeugtechnologie abzielen: Software-Verbote greifen ab Modelljahr 2027, Hardware-Beschränkungen folgen ab 2030.
Das bedeutet: Selbst lokal gefertigte Geely-Modelle müssten auf chinesische Software und Fahrassistenz-Hardware verzichten. Eine US-taugliche Variante erfordert demnach einen eigens entwickelten Software-Stack und weitgehend nicht-chinesische Komponenten. Geely will spätestens bis 2029 eine Entscheidung über den Markteintritt treffen.
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Als wahrscheinlichste Kandidaten für eine US-Expansion gelten die Premiummarken Zeekr und Lynk & Co. Zeekr hat dabei bereits eine indirekte Präsenz: Waymo setzt ein Zeekr-Fahrzeug als Plattform für seine autonome Flotte in San Francisco ein.
Exportboom kompensiert schwachen Heimatmarkt
Der Drang nach außen hat auch einen inneren Grund. Im April brach Geelys Inlandsabsatz um knapp 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Die Exporte sprangen im gleichen Monat auf einen Rekordwert von über 83.000 Fahrzeugen — ein Plus von rund 245 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 peilt Geely 640.000 Exporteinheiten an, 52 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die Aktie spiegelt die wachsende internationale Aufmerksamkeit wider: Seit Jahresbeginn legte das Papier rund 24 Prozent zu und notiert damit deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 2,03 Euro. Ob die US-Strategie diesen Schwung trägt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Handelsgespräche zwischen Washington und Peking entwickeln — und ob Geely bis 2029 eine regulatorisch tragfähige Lösung für den Konnektivitätskonflikt findet.
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