General Mills Aktie: 75-Prozent-Sturz zwingt zum Umbau

Der Lebensmittelkonzern trennt sich von seinen Häagen-Dazs-Filialen in China, um die Profitabilität zu steigern.

General Mills Aktie
Kurz & knapp:
  • Kurssturz von über 75 Prozent
  • Auslagerung des China-Filialgeschäfts
  • Fokus auf Margen und Profitabilität
  • Leichte Kurserholung nach Bekanntgabe

Ein Kurssturz von über 75 Prozent innerhalb weniger Monate zwingt das Management zum Handeln. Bei General Mills klaffen die einstige Bewertung und die aktuelle Realität an der Börse weit auseinander. Nun lagert der Lebensmittelkonzern sein kapitalintensives Filialgeschäft in China aus. Das Ziel ist klar: Margen sichern in einem schwierigen Marktumfeld.

Der Konzern übergibt seine Häagen-Dazs-Eisdielen auf dem chinesischen Festland an eine lokale Investorengruppe. Zu den neuen Betreibern gehört auch das aufstrebende Tee-Unternehmen Ningji. Die Partner erhalten eine exklusive Lizenz für die Shops und das Geschenkartikel-Geschäft. General Mills behält indes die volle Kontrolle über den lukrativeren Einzelhandels- und Gastronomievertrieb der Marke im Land.

Fokus auf Profitabilität

Die Transaktion fügt sich nahtlos in die laufende Konzernumbau-Strategie ein. Seit dem Geschäftsjahr 2018 hat das Management fast ein Drittel der weltweiten Umsätze durch Zukäufe und Verkäufe neu ausgerichtet. Der Abschluss des China-Deals wird noch im laufenden Kalenderjahr erwartet, sofern die Behörden zustimmen. Finanzielle Details behalten die Parteien für sich.

An der Börse sorgte die Nachricht am Freitag für eine leichte Erholung. Die Papiere schlossen knapp vier Prozent im Plus bei 28,76 Euro. Das ändert allerdings wenig am übergeordneten Bild, denn seit dem Jahreswechsel steht ein massives Minus auf der Anzeigetafel. Vom 52-Wochen-Hoch im April bei gut 121 Euro ist der Titel meilenweit entfernt.

Der Blick auf die Zahlen

Marktbeobachter werten die Auslagerung als sinnvollen, wenn auch kurzfristig kaum spürbaren Schritt für die Bilanz. Der eigentliche Fokus richtet sich bereits auf den Juli. Dann legt General Mills die Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr vor.

Die Vorstandsriege rechnet für das kommende Geschäftsjahr nicht mit einer spürbaren Erholung der Konsumlaune. Umso wichtiger werden die Aussagen zu weiteren Kosteneinsparungen und Investitionen in neue Produktlinien sein. Gelingt es dem Management im Juli nicht, eine Stabilisierung der organischen Umsätze aufzuzeigen, dürfte der Abwärtsdruck auf die Aktie trotz des China-Deals anhalten.

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