Die Anteilscheine von General Mills gerieten am Freitag spürbar unter Druck. Zum Handelsschluss verzeichnete das Papier einen Rückgang um 3,6 Prozent auf 29,51 €. Marktbeobachter machten vor allem die anhaltende Schwäche im nordamerikanischen Einzelhandelsgeschäft für die Abgaben verantwortlich.

Trotz übertroffener Gewinnerwartungen sehen Branchenkenner die Wettbewerbsposition des Konzerns noch nicht ausreichend gefestigt, was die Verunsicherung an den Märkten verstärkte.

Anhaltende Schwäche im US-Heimatmarkt

Die Zurückhaltung der Anleger spiegelt sich besonders in der Entwicklung des nordamerikanischen Kerngeschäfts wider. Nach Einschätzung von Analysten leidet dieses Segment weiterhin unter operativen Risiken und einer zögerlichen Nachfrage.

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 wies das Unternehmen einen Nettoumsatz von 4,4 Milliarden $ aus, was einem Rückgang von 3 Prozent entspricht. Der bereinigte verwässerte Gewinn je Aktie sank im selben Zeitraum auf 0,75 $.

Verantwortlich für diesen Rückgang waren neben geringeren Absatzmengen auch anhaltend hohe Vorleistungskosten. Während die organischen Erlöse auf Konzernebene stagnierten, verzeichnete das wichtige nordamerikanische Einzelhandelssegment laut Branchenberichten organisch ein Minus von 3 Prozent. Dies schürt bei Beobachtern Zweifel, ob der Konzern Marktanteile im Heimatmarkt zügig zurückgewinnen kann.

Geteilte Reaktionen bei den Analysten

In den Analystenhäusern fallen die Reaktionen auf die jüngste Entwicklung unterschiedlich aus. Robert Moskow von TD Cowen bestätigte die Einstufung „Hold“ und hob das Kursziel leicht auf 33 $ an. Zur Begründung verwies der Experte darauf, dass der bereinigte organische Umsatzrückgang geringer ausgefallen sei als zuvor befürchtet.

Deutlich skeptischer äußerte sich hingegen Bernstein SocGen Group. Das Analysehaus bestätigte die Einstufung „Underperform“ und reduzierte das Kursziel auf 30 $. Als Begründung nannten die Analysten anhaltende Bedenken hinsichtlich der operativen Wende. Andere Marktbeobachter passten ihre Erwartungen ebenfalls an und verwiesen auf steigende Inflationsraten sowie ein anspruchsvolles Umfeld für die kommenden Geschäftsjahre.

Gedämpfte Stimmung für das Gesamtjahr

Die operativen Herausforderungen belasten die Stimmung der Investoren nachhaltig. General Mills bekräftigte vor rund zwei Wochen die Finanzziele für das gesamte Geschäftsjahr 2027. Beim bereinigten verwässerten Gewinn je Aktie rechnet das Management unverändert mit einer Spanne zwischen 3,00 und 3,20 $.

Die verhaltene Dynamik im operativen Geschäft drückt das Papier jedoch schon länger ins Minus: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Wertverlust von 26 Prozent.