General Mills eröffnet am morgigen Mittwoch die Berichtssaison der verpackten Lebensmittel vor Börsenbeginn in den USA. An den Märkten herrscht spürbare Zurückhaltung vor den neuen Quartalsdaten. Im deutschen Handel legt das Papier heute um 1,6 Prozent zu und notiert bei 31,40 Euro.

Gedämpfte Erwartungen an das Quartal

Für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres rechnet der Marktkonsens mit einem Gewinn von 0,7170 US-Dollar je Aktie. Der Quartalsumsatz wird bei 4,3514 Milliarden US-Dollar erwartet. Das entspräche einem Erlösrückgang von 3,7 Prozent im Jahresvergleich, nachdem die Erlöse bereits im Vorjahresquartal rückläufig gewesen waren.

Damit kommt dem traditionsreichen Lebensmittelkonzern eine wichtige Rolle als Taktgeber für die gesamte Branche zu. Als erster großer Hersteller von verpackten Nahrungsmitteln gewährt das Unternehmen Einblick in das Konsumverhalten der privaten Haushalte. Im Mittelpunkt des Interesses steht vor allem die Frage, wie stark die anhaltenden Teuerungsraten das Kaufverhalten beeinflussen.

Analysten mahnen zur Vorsicht

Die Analysten von RBC warnen vor einem möglichen Verfehlen der Quartalsschätzungen durch anhaltenden Inflationsdruck und ungünstige Lieferzeitpunkte, halten an ihrer grundsätzlich positiven Einstufung aber fest. Bei der UBS überwiegt dagegen Skepsis mit einer Verkaufsempfehlung. An der Wall Street dominieren insgesamt die abwartenden Stimmen, da viele Marktbeobachter die Preissetzungsmacht des Unternehmens kritisch bewerten.

Im vorangegangenen vierten Geschäftsquartal hatte General Mills die Markterwartungen noch geschlagen. Damals standen ein bereinigtes Ergebnis von 0,95 US-Dollar je Aktie und ein Umsatz von 4,61 Milliarden US-Dollar in den Büchern. Die Herausforderung besteht nun darin, dieses Niveau in einem spürbar schwierigeren Marktumfeld zu verteidigen.

Jahresprognose und Anlegerstimmung

Für das gesamte Geschäftsjahr peilt das Management weiterhin einen bereinigten Gewinn zwischen 3,000 und 3,200 US-Dollar je Aktie an. An den Kapitalmärkten schlägt sich die Unsicherheit der vergangenen Monate jedoch deutlich nieder: Seit dem Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 22 Prozent.

Der anstehende Zwischenbericht gilt daher als richtungsweisender Härtetest für das Management. Die Zahlen müssen belegen, ob die Profitabilität trotz vorsichtiger Konsumenten gesichert werden kann und ob die bisherige Jahresprognose unter den aktuellen Marktbedingungen realistisch bleibt.