Die Privatbank Berenberg sieht bei Generali massives Aufwärtspotenzial. Analyst Michael Huttner schraubte das Kursziel am Montag drastisch nach oben. Die Aktie reagierte prompt und markierte im Tagesverlauf ein neues 52-Wochen-Hoch.

Huttner hob das Kursziel von 45,40 Euro auf 71,00 Euro an. Er sieht die gesamte europäische Versicherungsbranche deutlich unterbewertet. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 für das Jahr 2028 hält er für zu niedrig.

Ein Wert von 20 wäre laut seiner Analyse angemessener. Damit traut er dem Papier fast eine Verdopplung zu. Die Fundamentaldaten der Branche haben sich aus seiner Sicht massiv verbessert.

Umbruch im italienischen Bankensektor

Parallel dazu treibt die Konsolidierung im heimischen Markt den Kurs. Intesa Sanpaolo kündigte den Kauf von 3,01 Prozent der Generali-Anteile an. Dieser Schritt steht im Kontext der Übernahmepläne für Monte dei Paschi di Siena (MPS).

Da MPS zuvor Mediobanca übernommen hatte, ordnen sich die Machtverhältnisse beim Versicherer neu. Mediobanca bleibt mit 13 Prozent der größte Investor. Diese Dynamik sorgt für zusätzliche Phantasie bei der Kapitalstruktur.

Starke Zahlen trotz Naturkatastrophen

Operativ liefert der Konzern derweil ab. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Bruttobeiträge um fast sieben Prozent auf 28,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis kletterte im gleichen Zeitraum auf 2,2 Milliarden Euro.

Trotz Belastungen durch Naturkatastrophen bleibt die Kapitalausstattung stark. Die Solvency-Quote liegt aktuell bei soliden 212 Prozent. Das Management setzt damit den Strategieplan „Lifetime Partner 27“ konsequent um.

Die Aktie notiert nach einem Tagesplus von 1,53 Prozent bei 41,74 Euro. Das entspricht einem Zuwachs von über 15 Prozent seit Jahresbeginn. Mit einem RSI von 71,8 nähert sich das Papier jedoch dem überkauften Bereich.

Anleger blicken nun auf die weitere Umsetzung der Effizienzziele. Die Verschiebungen im Aktionärskreis durch die italienische Bankenfusion dürften die Volatilität kurzfristig hoch halten.