Das schwedische Medizintechnik-Unternehmen Getinge hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem organischen Umsatzwachstum von 4,9 Prozent abgeschlossen – genau an der oberen Grenze der eigenen Prognose. Das vierte Quartal markierte dabei einen Rekord, auch wenn die Zahlen auf den ersten Blick gemischt ausfallen.

Der Umsatz im Schlussquartal kletterte organisch um 1,2 Prozent, während der Auftragseingang um 2,3 Prozent zulegte. Besonders gefragt waren Verbrauchsmaterialien für die ECLS-Therapie sowie Produkte aus den Bereichen Transplantationsmedizin und Beatmungsgeräte. Das Segment Surgical Workflows baute seine marktführende Position bei Operations-Tischen weiter aus und startete mit starken Auftragseingängen ins neue Jahr.

Währungseffekte und Zölle belasten Marge

Die bereinigte EBITA-Marge für das Gesamtjahr blieb mit 14,0 Prozent auf Vorjahresniveau – eine Leistung, die angesichts massiver Belastungen durchaus beachtlich ist. Denn Währungseffekte und Zölle schlugen mit über einer Milliarde Schwedischen Kronen zu Buche. Rechnet man diese Faktoren heraus, lag die bereinigte EBITA-Marge im vierten Quartal bei 20,3 Prozent und für das Gesamtjahr bei 16,0 Prozent – deutlich über dem Vorjahr.

Der Free Cashflow fiel allerdings von 3,28 Milliarden auf 2,65 Milliarden Kronen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sank im Gesamtjahr von 11,73 auf 11,29 Kronen. Im vierten Quartal allein lag es bei 4,45 Kronen, verglichen mit 5,28 Kronen im Vorjahresquartal.

Innovation als Wachstumstreiber

Das Unternehmen investiert verstärkt in Produktentwicklung. Im vierten Quartal stellte Getinge unter anderem „Automatiq“ vor – ein Sterilisations-Automatisierungssystem der nächsten Generation mit smarter Robotik. Erste Bestellungen sind bereits eingegangen. Auch bei Zulassungen gab es Fortschritte: Die Rotaflow-Verbrauchsmaterialien erhielten die EU-MDR-Zulassung, während der iCast-Stent zwei weitere PMA-Varianten für den US-Markt bekam.

Die europäischen Auslieferungen der intra-aortalen Ballonpumpe Cardiosave sollen im zweiten Quartal 2026 beginnen – später als geplant, da sich die Lieferung kritischer Komponenten verzögerte. Der Auftragseingang für das Produkt bleibt jedoch stark.

Ausblick mit Vorsicht

Für 2026 rechnet Getinge mit einem organischen Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent, bereinigt um den Ausstieg aus dem Surgical-Perfusion-Geschäft. Diese Prognose basiert auf der zugrundeliegenden Nachfrage, steht aber unter dem Vorbehalt hoher geopolitischer Unsicherheit.

Der Vorstand schlägt eine Dividende von 4,75 Kronen je Aktie vor – ein Plus gegenüber den 4,60 Kronen des Vorjahres. Der Stichtag für die Dividendenberechtigung ist der 23. April 2026.