Wegen irreführender Nachhaltigkeitsversprechen müssen Danone, Coca-Cola und Nestlé ihre Kennzeichnungen auf Plastikflaschen grundlegend überarbeiten. Nach Verhandlungen mit der Europäischen Kommission und europäischen Verbraucherschutzbehörden verpflichteten sich die Konzerne zu präziseren Angaben. Danone schloss sich den Zusagen nun an, nachdem die beiden Wettbewerber bereits erste Anpassungen eingeleitet hatten.
Auslöser der Vereinbarung war eine Beschwerde des europäischen Verbraucherverbandes Beuc aus dem November 2023. Die Organisation warf den Herstellern Greenwashing vor. Deckel und Etiketten bestünden selten aus Recyclingmaterial, zudem ließen sich Plastikflaschen nicht endlos wiederverwerten. Der Verband forderte ein Ende von Werbeaussagen, die den Eindruck erwecken, Getränkeverpackungen aus Plastik hätten keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt.
Strengere Formulierungen auf dem Etikett
Die Zusagen zwingen die Konzerne zu konkreten Textänderungen auf ihren Produkten. Behauptungen wie „100 Prozent recycelt“ erhalten künftig den einschränkenden Zusatz „ohne Deckel und Etikett“. Damit soll die tatsächliche Zusammensetzung für Verbraucher klar erkennbar bleiben.
Auch der verbreitete Hinweis „Recycle mich nochmal“ verschwindet. Er wird durch das schlichte „Recycle mich“ ersetzt. Die Behörden wollen verhindern, dass Käufer fälschlicherweise annehmen, die Flasche sei bereits aus Altplastik entstanden und könne beliebig oft erneut zu einer Flasche verarbeitet werden. Überdies dürfen die Hersteller die Flaschen nicht durch grüne Symbole in ein irreführend vorteilhaftes Licht rücken.
Überwachung durch nationale Behörden
Die Verpflichtungen erstrecken sich auch auf die digitale Vermarktung. Sowohl auf Websites als auch in sozialen Netzwerken müssen die Kampagnen angepasst werden. Bei Coca-Cola und Nestlé waren die entsprechenden Gespräche bereits im Juni 2025 und Februar 2026 abgeschlossen worden, Teile der digitalen Werbung wurden seither umgestellt.
Nationale Verbraucherschutzbehörden prüfen nun, ob die drei Hersteller ihre Zusagen im Handel einhalten. Bei Verstößen drohen den Unternehmen ordnungsrechtliche Maßnahmen. Parallel erwägt die EU-Kommission einen Dialog mit Branchenverbänden der Abfüller, um einheitliche Regeln für alle Marktteilnehmer im europäischen Binnenmarkt festzuschreiben.
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