Viel Zeremoniell, wenig Substanz: Beim Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping im Weißen Haus stehen die Zeichen auf vorsichtige Entspannung. Für Anleger bringt der Gipfel vor allem eine Atempause, da beide Seiten den bestehenden Zollfrieden bis zum 10. Januar verlängern. Tiefgreifende Abkommen in zentralen Streitfragen wie Technologie oder Geopolitik zeichnen sich hingegen nicht ab.

US-Finanzminister Scott Bessent und der chinesische Vize-Premier He Lifeng hatten die Verlängerung des Stillstands im Vorfeld ausgehandelt. Die bisherige Vereinbarung wäre im November ausgelaufen. Sie verhindert vorerst eine Rückkehr zu gegenseitigen Zöllen, die in der Spitze mehr als 100 Prozent betrugen. Weitere Vereinbarungen könnten Agrargüter, nichttarifäre Handelshemmnisse und eine bestehende Kaufzusage Chinas über 200 Boeing-Flugzeuge betreffen.

Technologie und Exportkontrollen im Mittelpunkt

Trotz der versöhnlichen Gesten bleibt der Technologiesektor ein heikler Punkt. Am Donnerstagabend nehmen führende Branchenvertreter am Staatsdinner im Weißen Haus teil. Auf der Gästeliste stehen unter anderem Tim Cook von Apple, Sundar Pichai von Alphabet, Jeff Bezos sowie OpenAI-Chef Sam Altman, Nvidia-Chef Jensen Huang und Elon Musk.

Ein zentrales Thema der Gespräche bildet Künstliche Intelligenz. US-Außenminister Marco Rubio brachte im Vorfeld einen direkten Kommunikationskanal ins Spiel, um gefährliche Zwischenfälle im KI-Bereich zu verhindern. Substantielle politische Kurswechsel sind jedoch nicht vorgesehen. Die US-Regierung beabsichtigt, ihre strikten Exportkontrollen für hochentwickelte Technologien beizubehalten, während Peking auf Erleichterungen dringt.

Belastungen abseits des Handels

Parallel dazu belasten geopolitische Konflikte das Verhältnis der beiden größten Volkswirtschaften. Xi Jinping strebt einen Stopp von US-Waffenverkäufen an Taiwan an. Trump hält derzeit ein Rüstungspaket im Volumen von rund 14 Milliarden Dollar zurück und nutzt dieses offen als Verhandlungsmasse.

Der Staatsbesuch endet am Freitag mit einem gemeinsamen Termin im US-Nationalarchiv. Mit dem Auslaufen der verlängerten Frist für das Zollabkommen am 10. Januar steht der nächste konkrete Termin für die handelspolitischen Beziehungen bereits fest.