Der Nahostkonflikt hinterlässt unerwartete Spuren in einer Branche, die man nicht sofort auf dem Radar hätte: dem Luxusduftstoffmarkt. Berenberg hat Givaudan heute von „Kaufen“ auf „Halten“ zurückgestuft und das Kursziel gleich von 3.580 auf 2.915 Franken gesenkt – ein Abschlag von fast 19 Prozent.
Analyst Fulvio Cazzol begründet den Schritt mit der überdurchschnittlich hohen Abhängigkeit vom Nahen Osten, die Givaudan unter den von ihm beobachteten Branchenunternehmen am stärksten trifft.
Der blinde Fleck: Fine Fragrances
Der entscheidende Schwachpunkt liegt im Segment der feinen Düfte. Es steuerte zwar zuletzt gut 12 Prozent zum Konzernumsatz bei und war 2025 noch mit 18 Prozent organisch gewachsen – doch rund 20 Prozent der Einnahmen dieses Bereichs stammen aus der Golfregion. Seit Anfang März sind die Parfümverkäufe in den GCC-Staaten um 20 bis 25 Prozent gefallen, nachdem sie zuvor noch um rund 10 Prozent zulegten.
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Das ist eine deutliche Trendumkehr. Und sie trifft ein Segment, das im vergangenen Jahr noch 38 Prozent des gesamten organischen Wachstums des Konzerns verantwortete.
Insgesamt macht die Region etwa 8 Prozent des Konzernumsatzes aus, in der Sparte Fragrance & Beauty sogar über 10 Prozent. Neben den Edelparfüms dürften auch Bereiche wie Waschmittel, Haar- und Körperpflegeprodukte Rückgänge verzeichnen – wenn auch in geringerem Ausmaß, da die Nachfrage dort stabiler ist.
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Wachstumsdelle bis weit ins Jahr 2026
Berenberg rechnet für das laufende Jahr mit spürbarem Gegenwind: Das organische Umsatzwachstum könnte im ersten Quartal auf 2 Prozent sinken und im zweiten Quartal mit 1,8 Prozent noch schwächer ausfallen. Für das Gesamtjahr erwartet der Analyst nun 2,3 Prozent organisches Wachstum – nach einer früheren Prognose von 3,4 Prozent.
Den Umsatz für 2026 schätzt er auf 7,40 Milliarden Franken, leicht unter dem Vorjahreswert von 7,47 Milliarden. Die Margen bleiben dabei weitgehend stabil: Die EBITDA-Marge soll bei 24,3 Prozent liegen, die EBIT-Marge bei 19,3 Prozent. Erfreulich: Die Dividende soll trotzdem von 72 auf 74 Franken je Aktie steigen.
Die Aktie hat seit Anfang März bereits rund 13 Prozent verloren – ein Rückgang, der nach Einschätzung von Berenberg das Ausmaß der fundamentalen Gewinnkorrektur bereits übersteigt. Eine kleine Erleichterung für Bestandsaktionäre, auch wenn das neue Kursziel von 2.915 Franken signalisiert, dass noch Luft nach unten besteht.
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