Ein unerwartet dynamischer Zuwachs im Duftstoffgeschäft hat Givaudan im dritten Quartal 2026 kräftigen Schub verliehen. Der Schweizer Aromen- und Duftstoffhersteller steigerte seinen Umsatz auf vergleichbarer Basis um 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt lediglich ein organisches Plus von 4,7 Prozent erwartet. Anleger reagierten mit deutlichen Zukäufen: Die Aktie legte heute um 7,7 Prozent auf 4.025,00 Euro zu und rückte damit bis auf 1,1 Prozent an ihr 52-Wochen-Hoch von 4.070,00 Euro heran.

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres summierten sich die Erlöse auf 5.891 Millionen Schweizer Franken. Das entspricht einem organischen Wachstum von 5,2 Prozent, während das Plus in Berichtswährung nach Währungseffekten bei 2,6 Prozent lag. Um gestiegene Einkaufskosten abzufedern, setzte das Management im Jahresverlauf Preiserhöhungen durch.

Luxusparfüms stützen die Duftsparte

Als wesentliche Stütze der Entwicklung erwies sich der Geschäftsbereich Fragrance & Beauty. Dessen Erlöse zogen im dritten Quartal auf vergleichbarer Basis um 13,5 Prozent an, womit der Bereich die Konsensschätzung von 6,6 Prozent klar hinter sich ließ. Treiber waren insbesondere hochwertige Luxusdüfte, die in den ersten neun Monaten des Jahres ein organisches Plus von 15,3 Prozent verzeichneten.

Parallel dazu stabilisierte sich das Geschäft mit Aromen. Der Bereich Taste & Wellbeing legte im dritten Quartal organisch um 3,5 Prozent zu, nachdem das Wachstum im ersten Halbjahr noch bei 0,5 Prozent gelegen hatte. Insgesamt wuchs die Aromensparte in den ersten neun Monaten vergleichbar um 1,5 Prozent auf 2.741 Millionen Franken.

Schwächephase im nordamerikanischen Markt

Nicht alle Segmente profitierten gleichermaßen von der Nachfragebelebung. Auf dem nordamerikanischen Markt gingen die vergleichbaren Umsätze in den ersten neun Monaten um 3,3 Prozent zurück. Neben einer spürbaren Zurückhaltung der Kunden bei funktionellen Inhaltsstoffen und Gesundheitsprodukten belasteten im Sommerquartal zusätzlich Zollrückerstattungen an Kunden das Ergebnis in den USA.

Zudem unterzieht Givaudan das Geschäftsfeld mit natürlichen Inhaltsstoffen einer strategischen Überprüfung. Während Asien-Pazifik und die übrigen Wachstumsmärkte kräftige Zuwächse verzeichneten, verlief die Entwicklung in den reifen westlichen Märkten damit uneinheitlich.

Zurückhaltende Einstufungen der Analystenhäuser

Trotz des Kurssprungs blicken einige Branchenbeobachter verhalten auf die Bewertung. Analyst Marcus Dunford-Castro von Jefferies beließ die Einstufung auf „Hold“ mit einem Kursziel von 3.030 Franken. Er hob hervor, dass die Erlöse gegenüber dem Vorquartal merklich anzogen und die Aktie stützten.

Analystin Victoria Nice von Bernstein bestätigte hingegen ihr Votum „Underperform“ mit einem Kursziel von 2.886 Franken. Sie würdigte zwar das außerordentlich kräftige organische Wachstum, verwies jedoch auf die anhaltenden Belastungen im wichtigen Absatzmarkt Nordamerika.

Givaudan bekräftigte seine Zielsetzung für den laufenden Fünfjahreszyklus bis 2030. Das Unternehmen strebt unverändert ein durchschnittliches organisches Umsatzwachstum von 4 bis 6 Prozent sowie einen bereinigten freien Cashflow von über 12 Prozent des Umsatzes an. Detaillierte Gewinnzahlen für das Gesamtjahr 2026 will der Konzern Ende Januar 2027 vorlegen.