In den südafrikanischen Schmelzhütten von Glencore stehen weite Teile der Produktion still. Zu teuer war der Strom, zu unrentabel das Geschäft. Nun zeichnet sich eine Lösung ab, die die Kapazitäten vervielfachen könnte. Die nationale Energieregulierungsbehörde Nersa prüft einen neuen Stromliefervertrag mit dem staatlichen Versorger Eskom.
Massive Kostensenkung in Sicht
Im Zentrum des Anhörungsverfahrens steht ein geplanter Tarif von 62 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Wert markiert einen drastischen Einschnitt im Vergleich zu den alten Konditionen von rund 1,36 Rand. Energie macht bei der Ferrochrom-Produktion üblicherweise bis zu 40 Prozent der Gesamtkosten aus.
Nimmt der Deal die regulatorische Hürde, würde sich die Kostenstruktur der Anlagen signifikant verbessern. Das Glencore-Merafe-Venture hat dem Vorhaben bereits vorläufig zugestimmt. Die endgültige Umsetzung hängt nun alleinig vom grünen Licht der Behörde ab.
Neustart der Schmelzhütten
Eine Einigung hätte weitreichende Folgen für den Output. Im vergangenen Jahr lag die kombinierte Produktion von Samancor und dem Glencore-Merafe-Venture bei lediglich einer Million Tonnen Ferrochrom. Der günstigere Stromtarif könnte eine Steigerung auf bis zu 4,5 Millionen Tonnen ermöglichen. Glencore plant für diesen Fall, die aktuell stillgelegten Kapazitäten wieder hochzufahren.
Der Versorger Eskom verfolgt mit dem Angebot eine eigene Strategie. Bei schwächelnder allgemeiner Nachfrage will das Unternehmen liquide Mittel durch den Verkauf von Strom zu Grenzkosten generieren. Ähnliche Gespräche laufen derzeit mit mehreren Akteuren aus energieintensiven Sektoren. Nersa muss nun zwischen dem Erhalt von Industriearbeitsplätzen und kostendeckenden Tarifen abwägen.
Kursrallye und eine wichtige Frist
An der Börse honorieren Investoren die operative Entwicklung des Rohstoffriesen bereits seit Monaten. Die Glencore-Aktie notiert aktuell bei 6,51 Euro und damit nur hauchdünn unter ihrem Jahreshoch. Seit Jahresbeginn steht ein Kursplus von gut 37 Prozent auf der Anzeigetafel.
Wie es in Südafrika operativ weitergeht, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Ein konkretes Datum rückt dabei ins Zentrum: Bis zum 11. Mai 2026 hat Glencore die Frist für mögliche betriebsbedingte Kündigungen verschoben. Fällt bis dahin eine positive Entscheidung der Regulierungsbehörde, winken dem Joint Venture Planungssicherheit für die nächsten fünf Jahre und der Erhalt der Standorte.
Glencore-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Glencore-Analyse vom 23. April liefert die Antwort:
Die neusten Glencore-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Glencore-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Glencore: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


