Die Straße von Hormuz als Katalysator für Glencores Gewinnpotenzial — das ist die These, die Bloomberg Intelligence derzeit durchrechnet. Rund 25 Prozent des seegestützten Ölhandels und 20 Prozent des weltweit gehandelten LNG passieren dieses Nadelöhr. Seit dem Konfliktausbruch zwischen den USA/Israel und dem Iran Ende Februar sind die Folgen an den Energiemärkten spürbar.
Kohle als Gewinner der LNG-Unterbrechung
Newcastle-Kohlepreise notieren seither über 165 US-Dollar je Tonne — etwa 42 Prozent über dem Marktkonsens. Der Grund: Fällt LNG als Lieferquelle aus, weichen Versorger auf Kohle aus. Bloomberg Intelligence schätzt, dass ein solcher Gas-zu-Kohle-Wechsel in Europa und Asien ein Volumen von 40 bis 60 Millionen Tonnen erreichen könnte.
Glencore profitiert davon auf zwei Wegen gleichzeitig. Zum einen durch die direkte Kohleförderung, zum anderen über den Handelsarm, der Preisverzerrungen zwischen Kohle, LNG und Öl als Arbitragemöglichkeit nutzen kann. Wettbewerber im Bergbausektor stehen laut Bloomberg Intelligence auf der anderen Seite: Sie sind faktisch „short Energie“ und sehen steigende Inputkosten, ohne entsprechende Erlössteigerungen verbuchen zu können.
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In einem Szenario mit anhaltendem Regionalkonflikt prognostizieren die Analysten für Glencore einen Jahresgewinn von bis zu 20 Milliarden US-Dollar — 14 Prozent über dem Vorjahr. Bei einer LNG-Unterbrechung von drei Monaten oder länger könnten Kohlepreise auf 185 bis 245 US-Dollar je Tonne steigen.
Spekulative Preissignale, eingepreiste Bewertung
Analyst Alon Olsha von Bloomberg Intelligence mahnt jedoch zur Vorsicht. Die europäischen Kohlekapazitäten sind seit 2022 gesunken, nordostasiatische Versorger sind an bestehende LNG-Verträge gebunden, und viele asiatische Stromnetze sind ohnehin bereits stark kohleabhängig. Hinzu kommt eine auffällige Diskrepanz: Obwohl Panamax-Frachtrate und Kohlepreise gestiegen sind, zeigen Hochfrequenz-Schiffsverfolgungsdaten keinen entsprechenden Anstieg bei tatsächlichen Exportvolumina. Die Preisbewegung könnte damit überwiegend spekulativer Natur sein.
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Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 90 Prozent zugelegt und notiert knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch — ein erheblicher Teil des Aufwärtspotenzials ist also bereits eingepreist.
Termine im April und Mai
Zwei Daten stehen nun im Mittelpunkt: Am 30. April legt Glencore den Quartalsbericht für das erste Quartal 2026 vor, mit besonderem Fokus auf die Kohle- und Kupfersegmente. Am 8. Mai folgt das Ex-Dividenden-Datum für die erste Tranche der angekündigten Ausschüttungen — insgesamt sollen 2 Milliarden US-Dollar an Aktionäre zurückfließen, teilweise finanziert durch die Monetarisierung der Beteiligung am Agrarhändler Bunge Global.
Ob die fundamentale Performance die aktuelle Bewertung trägt, wird der Quartalsbericht zeigen müssen — und ob die gestiegenen Kohlepreise sich bis dahin in echten Exportvolumina niederschlagen.
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