Heute ist Entscheidungstag für das Glencore-Merafe-Ferrochrom-Joint-Venture. Bis zum Abend des 7. April muss der südafrikanische Energieversorger Eskom seine internen Genehmigungen für einen reduzierten Stromtarif abschließen — sonst drohen Massenentlassungen.
Der Kern des Streits: Eskom hat einen Tarif von 62 Cent pro Kilowattstunde grundsätzlich akzeptiert. Über die Bedingungen dieses Angebots streiten die Parteien jedoch weiterhin. Besonders die sogenannten Take-or-Pay-Klauseln bereiten dem Venture Kopfzerbrechen. Sie verpflichten Glencore-Merafe, zwischen 70 und 80 Prozent der vereinbarten Strommenge zu bezahlen — unabhängig davon, ob die tatsächliche Produktion diese Abnahme rechtfertigt. Für energieintensive Betriebe bedeutet das einen erheblichen Eingriff in die Kostenflexibilität.
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Produktion bereits eingebrochen
Die Lage ist ernst. Merafe meldete Anfang März, dass die gemeinsame Ferrochromproduktion im Jahr 2025 um 63 Prozent auf 112.000 Tonnen eingebrochen ist — Folge der Werksschließungen, die im April 2025 begannen. Gleichzeitig stiegen die Produktionskosten um 14 Prozent. Glencore hat die betroffenen Mitarbeiter seither weiter entlohnt, ohne dass die Öfen liefen.
CEO Japie Fullard machte die Grenzen des Kompromisses bereits Ende März deutlich: Sollten die Bedingungen unverändert bleiben, werde das Unternehmen nicht unterzeichnen und könnte vom 62-Cent-Angebot zurücktreten. Bis zu 1.500 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Konkurrent Samancor Chrome — dem Eskom dieselbe Tariferleichterung angeboten hatte — hat seinen Entlassungsprozess bereits wieder aufgenommen.
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Südafrika verliert Boden im globalen Chrommarkt
Der Kontext macht die Tragweite des Streits deutlich. Südafrikas Stromtarife sind seit 2008 um mehr als 900 Prozent gestiegen. Von einst 66 Schmelzern sind heute nur noch 11 in Betrieb. Das Land hat gegenüber chinesischen Produzenten im Ferrochrommarkt massiv an Wettbewerbsfähigkeit verloren — obwohl es rund 80 Prozent der weltweit bekannten Chromerzreserven beherbergt.
Für Glencore ist Südafrika damit kein beliebiger Standort, sondern strategisches Kerngebiet. Eine Einigung mit Eskom zu tragfähigen Konditionen — und anschließende Genehmigung durch die Energieregulierungsbehörde NERSA — ist Voraussetzung dafür, dass das Venture überhaupt wieder Kapazitäten hochfahren kann. Scheitern die Verhandlungen heute, setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben den Entlassungsprozess in Gang. Die Aktie selbst hat davon bislang wenig gespürt: Seit September 2025 legte sie über 80 Prozent zu.
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