Vier Wochen lang kannten die Notierungen nur eine Richtung. Jetzt melden sich die Käufer zurück. Schwache US-Arbeitsmarktdaten und Entspannungssignale aus dem Nahen Osten wecken neues Interesse am Edelmetall. Das übergeordnete Bild bleibt jedoch fragil.

Am Freitagabend ging die Feinunze bei 4.187,30 US-Dollar aus dem Handel. Das entspricht einem Tagesplus von rund 1,2 Prozent. Auf Wochensicht steht damit ein Zuwachs von gut zwei Prozent zu Buche. Damit reißt eine wochenlange Negativserie.

Der Blick auf den Chart zeigt eine klare Trennlinie. Das 52-Wochen-Tief bei 3.901 US-Dollar markiert die Unterkante einer massiven Unterstützungszone. Solange die Notierungen diesen Bereich verteidigen, bleibt der langfristige Trend intakt. Nach oben rückt nun die psychologische Marke von 4.200 Dollar in den Fokus.

Zinsen und Geopolitik stützen

Hinter der Gegenbewegung stehen fundamentale Faktoren. Die USA und der Iran machen Fortschritte bei ihren Gesprächen. Der kommerzielle Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus läuft wieder flüssiger. Die Folge: Die Ölpreise sinken. Das dämpft die globalen Inflationssorgen spürbar.

Dieser Trend nimmt den Druck von der US-Notenbank. Fed-Vertreter Kevin Warsh bestätigte in dieser Woche nachlassende Inflationserwartungen. Händler schrauben ihre Wetten auf weitere Zinserhöhungen bereits zurück. Ein schwacher US-Dollar flankiert diese Entwicklung. Die amerikanische Währung verbuchte den größten Wochenverlust seit April. Das macht Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums attraktiver.

Gemischtes Bild in Asien

Auf den physischen Märkten zeigt sich derweil ein gespaltenes Bild. In Indien bremst das hohe Preisniveau die Kauflaune der Konsumenten. Die chinesische Nachfrage zieht hingegen leicht an. Diese gegensätzlichen Kräfte dürften kurzfristig für weitere Schwankungen sorgen.

In den kommenden Tagen dominieren neue US-Konjunkturdaten das Geschehen. Sie liefern konkrete Hinweise auf den weiteren Zinskurs der Fed. Hält die Entspannung im Nahen Osten an, könnte Gold die Hürde bei 4.200 Dollar überwinden. Ein Rückfall unter die wichtige Unterstützungszone bei 4.100 Dollar würde den Verkaufsdruck hingegen sofort neu entfachen.