Gold: 1,4 Prozent Minus in der Woche

Sinkende Risikoprämien und restriktive Fed-Signale setzen Gold zu. Der Fokus liegt nun auf dem US-Arbeitsmarktbericht.

Gold Aktie
Kurz & knapp:
  • Wochenminus von 1,4 Prozent erwartet
  • Fed-Vertreter signalisieren mögliche Zinserhöhungen
  • Institutionelle Anleger reduzieren Goldbestände
  • Zentralbanken stocken ihre Reserven auf

Der Goldpreis stabilisiert sich am Freitag oberhalb wichtiger Marken, steuert aber auf ein Wochenminus von 1,4 Prozent zu. Derzeit notiert die Feinunze bei 4.462 Dollar. Zwei Kräfte belasten das Edelmetall gleichzeitig.

Zum einen sinken die geopolitischen Risikoprämien. Zum anderen sendet die US-Notenbank unverändert restriktive Signale.

Ölpreise bremsen Inflationsängste

Ein wichtiger Faktor: die Ölpreise fallen. Brent-Öl kostet zuletzt rund 95 Dollar pro Barrel. Das dämpft die Sorgen vor einer galoppierenden Inflation. Hintergrund sind Berichte über Fortschritte bei einem möglichen Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon. Zudem verhandeln die USA mit dem Iran über eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus.

Weniger Inflationsangst bedeutet weniger Nachfrage nach Gold als Schutz gegen steigende Preise. Parallel dazu erholen sich die Aktienmärkte – Kapital verlässt die sicheren Häfen. Der Dow Jones markierte zuletzt ein Rekordhoch bei über 51.560 Punkten.

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Fed bleibt hart

Die Geldpolitik bleibt der wichtigste Impulsgeber, trotz der geopolitischen Entspannung. Jeffrey Schmid, Präsident der Federal Reserve von Kansas City, signalisierte: Wegen der weiter hohen Inflation seien sogar zusätzliche Zinserhöhungen möglich. Mary Daly von der San Francisco Fed zeigte sich hingegen gelassener. Die aktuelle Geldpolitik sei gut positioniert, um auf Veränderungen in beide Richtungen zu reagieren.

Alle Blicke richten sich nun auf den US-Arbeitsmarktbericht für Mai. Erwartet wird ein Zuwachs von rund 85.000 Stellen bei einer Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent. Fallen die Daten stärker aus, könnte das die Erwartung länger hoher Zinsen festigen. Das würde Gold weiter belasten.

Die Frühindikatoren zeichnen ein gemischtes Bild: Die US-Arbeitslosenanträge lagen mit 225.000 über den Erwartungen. Gleichzeitig stieg die Zahl der angekündigten Entlassungen im Mai um 16 Prozent zum Vormonat.

Institutionen verkaufen, Zentralbanken kaufen

Interessant ist die Entwicklung bei der Nachfragestruktur. Laut Metals Focus haben physische Investments für Privatanleger Schmuck als wichtigste Nachfragekomponente abgelöst. Indische Gold-ETFs verzeichneten im Mai den ersten monatlichen Nettoabfluss seit einem Jahr – wohl primär Gewinnmitnahmen.

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Auch bei großen institutionellen Vehikeln zeigt sich Skepsis. Die Bestände des SPDR Gold Trust fielen auf 1.026,86 Tonnen. Das ist der niedrigste Stand seit Oktober 2025. Die polnische Zentralbank erhöhte ihre Reserven indes seit Jahresbeginn um 45 Tonnen. China meldete den 18. Monat in Folge Zukäufe. Ein aktueller Bericht der EZB hebt hervor: Gold hat US-Staatsanleihen als wichtigstes Reserveasset vieler Notenbanken abgelöst.

Technische Marken im Blick

Der Goldpreis befindet sich technisch in einer Konsolidierungsphase. Ein wichtiger Rückschlag wäre ein Fall unter die 200-Tage-Linie bei rund 4.427 Dollar. Das gilt als Voraussetzung für den langfristigen Aufwärtstrend. Nach oben fungiert die 4.800-Dollar-Marke als Widerstand. Das Rekordhoch bei 5.595 Dollar liegt in weiter Ferne – der Abstand beträgt rund 20 Prozent.

Der RSI von 43,9 signalisiert leichte Schwäche, aber noch keine Übertreibung nach unten. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 4.641 Dollar bleibt ein erster Test für eine mögliche Erholung.

Am Nachmittag könnten die Non-Farm Payrolls die Richtung für die kommende Woche vorgeben. Ein starker Bericht würde die Fed-Hawks stärken. Ein schwacher Bericht könnte dem Goldpreis neue Unterstützung bieten.

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