Gold: 172.000 Jobs kippen Sentiment

Gold fällt nach überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten um über drei Prozent. Analysten erwarten anhaltenden Abwärtsdruck.

Gold Aktie
Kurz & knapp:
  • Goldpreis fällt um über drei Prozent
  • US-Jobdaten übertreffen Erwartungen deutlich
  • Mehrheit der Analysten erwartet weitere Verluste
  • ETF-Abflüsse belasten die Nachfrage zusätzlich

Der US-Arbeitsmarkt hat dem Goldpreis einen harten Schlag versetzt. Nach starken Beschäftigungsdaten am Freitag brach Gold um mehr als drei Prozent ein — und die Analysten erwarten für die neue Woche weiteren Druck.

Arbeitsmarkt schlägt Erwartungen deutlich

Das Bureau of Labor Statistics meldete für Mai 172.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Ökonomen hatten im Schnitt nur 85.000 erwartet. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,3 Prozent.

Für Gold ist das eine schlechte Kombination. Ein robuster Arbeitsmarkt gibt der Federal Reserve Spielraum, die Zinsen länger hoch zu halten. Gold wirft keine laufenden Erträge ab — steigende Renditen machen das Edelmetall damit weniger attraktiv. Hinzu kommt ein festerer Dollar, der den Preis für in Dollar gehandelte Rohstoffe zusätzlich belastet.

Der Schlusskurs am Freitag lag bei 4.352,90 Dollar je Unze — ein Wochenminus von fast fünf Prozent. Mit einem RSI von 34,4 nähert sich Gold technisch der überverkauften Zone.

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Profis rechnen mit weiterem Druck

Die Stimmung unter Marktprofis ist klar. In der wöchentlichen Kitco-Umfrage erwarteten 11 von 15 Analysten fallende Preise — das entspricht 74 Prozent. Nur zwei rechneten mit einer Erholung.

Private Anleger zeigten sich weniger pessimistisch. Von 49 Umfrageteilnehmern erwarteten 23 steigende Preise, 18 weitere Verluste und 8 eine Seitwärtsbewegung. Das Retail-Lager bleibt also gespalten.

ETF-Abflüsse und schwache Terminmarktpositionierung

Auch die Nachfragedaten trüben das Bild. Physisch besicherte Gold-ETFs verzeichneten im Mai globale Abflüsse von zwei Milliarden Dollar. Die Bestände sanken auf 4.121 Tonnen, das verwaltete Vermögen fiel auf 604 Milliarden Dollar.

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Regional fällt der Kontrast auf. Europa war die einzige Region mit Zuflüssen — ein Plus von 334 Millionen Dollar. Nordamerika verlor 1,1 Milliarden Dollar, Asien verzeichnete mit minus 1,2 Milliarden Dollar den ersten monatlichen Abfluss seit August 2025.

Am Terminmarkt sank die Netto-Long-Position an der COMEX im Mai um 2,5 Prozent auf 466 Tonnen. Geldmanager bauten ihre Positionen zwar aus, andere Marktteilnehmer reduzierten dagegen.

Technische Lage und nächste Wegmarken

Charttechnisch hat Gold am Freitag die 200-Tage-Linie unterschritten. Als nächste Unterstützung gilt das Mai-Tief um 4.367 Dollar. Eine Rückkehr über die gefallenen Durchschnittslinien wäre das erste Signal für Stabilisierung — davon ist der Kurs derzeit weit entfernt.

Der entscheidende Termin für die neue Woche ist die Fed-Sitzung am 16. und 17. Juni. Der Mai-Arbeitsmarktbericht ist einer der letzten großen Datenpunkte vor dieser Entscheidung. Bis dahin dürften Inflationsdaten und Notenbankerwartungen die Richtung vorgeben.

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Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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