Gold: 172.000 Jobs reißen Preis auf 4.352 USD

Überraschend robuste US-Arbeitsmarktdaten beenden Hoffnungen auf Fed-Zinssenkungen und lösen einen der stärksten Goldpreisverluste der letzten Monate aus.

Gold Aktie
Kurz & knapp:
  • Gold verliert über drei Prozent an einem Tag
  • US-Jobwachstum übertrifft Erwartungen deutlich
  • Technische Verkaufssignale verstärken Abwärtstrend
  • Silber und Bitcoin ebenfalls stark unter Druck

Der US-Arbeitsmarkt hat Gold in die Knie gezwungen. Starke Beschäftigungsdaten ließen die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen der Fed kollabieren — und rissen den Goldpreis in einem der schärfsten Tagesverluste der jüngeren Vergangenheit mit.

Doppelt so viele Jobs wie erwartet

Die Non-Farm Payrolls für Mai überraschten massiv: Statt der erwarteten 85.000 neuen Stellen meldete das US-Arbeitsministerium 172.000 — doppelt so viele. Für die Märkte war das ein eindeutiges Signal: Die US-Wirtschaft läuft robust, Inflationsdruck bleibt, und die Fed hat keinen Spielraum für Lockerungen.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte um sechs Basispunkte auf 4,54 Prozent. Der Dollar legte gegenüber anderen Währungen zu — und da Gold in Dollar bepreist wird, verteuerte sich das Edelmetall für internationale Käufer zusätzlich. Am Terminmarkt wird eine Zinserhöhung durch die Fed im Dezember inzwischen mit knapp 43 Prozent eingepreist.

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Technischer Bruch mit Signalwirkung

Gold schloss den Freitag mit einem Minus von 3,33 Prozent bei 4.352,90 USD — auf Wochensicht summiert sich der Verlust auf fast fünf Prozent. Vom Allzeithoch bei 5.626,80 USD, das Ende Januar markiert wurde, trennen den Goldpreis inzwischen mehr als 22 Prozent.

Charttechnisch ist die Lage angespannt. Gold hat die wichtige 200-Tage-Linie nach unten durchbrochen. Analysten sehen zudem die Auflösung einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation — ein klassisches Verkaufssignal. Der RSI liegt bei 34,4 und nähert sich überverkauftem Terrain, ohne dort bisher Halt zu finden. Für eine charttechnische Erholung wäre ein Sprung über den 50-Tage-Durchschnitt bei 4.639 USD nötig.

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Die nächsten Unterstützungsmarken liegen bei 4.280 USD und 4.100 USD. Dass diese gehalten werden, glauben die wenigsten: 74 Prozent der in einer Wall-Street-Umfrage befragten Analysten rechnen für die kommende Handelswoche mit weiter fallenden Preisen.

Kein Schutz durch Geopolitik

Üblicherweise profitiert Gold von Unsicherheit. Die anhaltenden Spannungen rund um den Iran hätten das Edelmetall stützen sollen — taten es aber kaum. Die zinspolitische Neubewertung überwog schlicht. Chinesische Marktbeobachter sprachen von einer möglichen Bullenfalle, bei der Großinvestoren ihre Bestände massiv abgebaut hätten.

Silber erwischte es noch härter: Ein Minus von sieben Prozent auf 69 USD zeigt, wie breit der Abverkauf risikosensibler Assets ausfiel. Bitcoin rutschte auf rund 60.700 USD ab. Das Bild ist eindeutig — die Neubewertung der Fed-Erwartungen trifft nahezu alles, was als Inflationsschutz oder Alternativanlage gilt.

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