US-Militärschläge gegen den Iran — und Gold fällt trotzdem. Was paradox klingt, hat eine klare Erklärung: Der US-Dollar zieht an, und die Federal Reserve signalisiert keine Zinswende.
Der Spotpreis rutschte am Donnerstag zeitweise auf 4.397,86 USD je Unze, das tiefste Niveau seit fast zwei Monaten. Vom gestrigen Schlusskurs bei 4.481,30 USD entspricht das einem Tagesrückgang von rund einem Prozent. Auf Monatssicht summieren sich die Verluste auf knapp 2,8 Prozent — der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 5.450 USD wächst damit auf fast 18 Prozent.
Warum der Dollar Gold schlägt
Die Eskalation im Nahen Osten trieb die Ölpreise um rund 2 Prozent nach oben — und löste gleichzeitig eine Flucht in den Greenback aus. Für Käufer außerhalb des Dollarraums wird Gold damit automatisch teurer, was die Nachfrage bremst. Das Ergebnis: Der klassische Safe-Haven-Reflex blieb diesmal aus.
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Verstärkt wird der Druck durch die Fed. Gouverneurin Lisa Cook betonte, die Zinsen müssten vorerst stabil bleiben — und schloss weitere Erhöhungen nicht aus. Fed-Vizechef Philip Jefferson bezeichnete die aktuelle Geldpolitik als angemessen. Für Gold, das keine Zinsen abwirft, sind das schlechte Nachrichten: Steigende Opportunitätskosten machen das Halten von Barren weniger attraktiv, solange Staatsanleihen real verzinst bleiben.
Gesamter Sektor unter Druck
Die Schwäche beschränkt sich nicht auf Gold. Silber verlor rund 1,7 Prozent auf 73,34 USD — deutlich mehr als das gelbe Metall. Platin gab 0,5 Prozent nach, Palladium 0,7 Prozent. Der S&P GSCI Precious Metals Index notierte bei rund 5.962 Punkten, das Jahresminus liegt bei über 3,2 Prozent.
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Das Muster ist eindeutig: Makroökonomische Faktoren und Dollarstärke dominieren derzeit die Preisbildung — nicht die physische Nachfrage.
PCE-Daten als nächster Kurstreiber
Am Nachmittag werden die PCE-Daten veröffentlicht, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed. Fallen die Zahlen höher als erwartet aus, dürfte das die Zinshoffnungen weiter dämpfen und den Dollar stützen — ein ungünstiges Szenario für Gold. Zeigen die Daten hingegen nachlassenden Preisdruck, könnte sich die Stimmung rasch drehen. Gold bewegt sich seit rund zehn Tagen in einer engen Spanne zwischen 4.400 und 4.600 USD; die PCE-Zahlen könnten entscheiden, welche Seite dieser Spanne als nächstes bricht.
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