Der Goldpreis steht massiv unter Druck. Seit dem Rekordhoch im Januar verlor das Edelmetall fast ein Viertel seines Wertes. Der Hauptgrund sitzt in Washington. Die US-Notenbank signalisiert unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh eine harte Wende.
Zinswende und Geopolitik
Die Fed beließ den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Das allein überraschte kaum. Das Management änderte jedoch seinen Ausblick drastisch. Statt Zinssenkungen stehen nun weitere Erhöhungen im Raum. Das belastet Gold schwer. Als zinsloses Anlagegut verliert es bei steigenden Renditen sofort an Reiz.
Parallel dazu entspannt sich die Lage im Nahen Osten. Ein neues Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran öffnet die Straße von Hormus. Die Folge: Ölpreise fallen. Das dämpft die weltweite Inflation und nimmt dem Gold ein wichtiges Kaufargument. Am Donnerstag stabilisierte sich der Kurs bei rund 4.280 US-Dollar. Marktbeobachter erklären das jedoch primär damit, dass Leerverkäufer ihre Positionen schließen.
Zentralbanken stützen den Markt
Trotz des Gegenwinds kaufen große Akteure weiter ein. Die strukturelle Nachfrage bleibt hoch. Das zeigt ein Blick auf die Notenbanken weltweit. Laut dem World Gold Council erwarben sie im ersten Quartal des Jahres stolze 244 Tonnen Gold.
Besonders China fällt hier auf. Die dortige Zentralbank kaufte im Mai den 19. Monat in Folge Edelmetall. Auch die BRICS-Staaten treiben die Abkehr vom US-Dollar stetig voran. Dieser feste Nachfragestrom stützt den Preis in der aktuellen Korrektur. In der Türkei nutzen Anleger Gold zudem massiv, um flüssig zu bleiben. Das belebt den regionalen Handel.
Die technische Lage
Aus technischer Sicht bleibt das Bild eingetrübt. Der aktuelle Kurs von 4.280 US-Dollar liegt deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 4.566 US-Dollar. Vom Allzeithoch bei 5.626 US-Dollar ist das Edelmetall mittlerweile fast 24 Prozent entfernt.
Am Nachmittag rücken neue Wirtschaftsdaten in den Fokus. Der Philadelphia-Fed-Index und die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe liefern frische Fakten zur US-Wirtschaft. Fallen diese Daten robust aus, dürfte das den Goldkurs weiter belasten.
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