US-Präsident Trump bläst den Militärschlag gegen den Iran ab. Die plötzliche Aussicht auf Frieden setzt den Goldpreis massiv unter Druck. Anleger flüchten aus dem sicheren Hafen. Die vermeintliche Entspannung steht allerdings auf wackeligen Beinen.

Dementi aus Teheran

Trump stellt eine baldige Einigung in Aussicht. Am Wochenende wollen beide Staaten in Europa eine Absichtserklärung unterzeichnen. Der Deal umfasst laut US-Regierung die Öffnung der Straße von Hormus.

Das iranische Außenministerium weist diese Darstellung scharf zurück. Teheran hat laut eigenen Aussagen noch nicht final über ein Abkommen entschieden. Diese widersprüchlichen Signale sorgen für anhaltende Volatilität am Markt.

Starker Abwärtsdruck

Dieser unklare Status spiegelt sich direkt im Kurs wider. Gestern schloss die Unze bei 4.172,50 US-Dollar, was einem Wochenverlust von gut vier Prozent entspricht.

Seit dem Rekordwert im Januar hat Gold damit fast 26 Prozent an Wert verloren. Mit einem RSI-Wert von 30,9 nähert sich der Markt nun rasant dem überverkauften Bereich.

Zinsangst bremst zusätzlich

Neben der Geopolitik belasten frische US-Wirtschaftsdaten. Die Erzeugerpreise stiegen im Mai stärker als Analysten erwarteten. Die Folge: Die Angst vor einer weiterhin harten Linie der US-Notenbank wächst.

Der Markt preist derzeit eine Wahrscheinlichkeit von über 60 Prozent für eine weitere Zinserhöhung bis Dezember ein. Hohe Zinsen machen das unverzinste Gold im Vergleich zu Anleihen unattraktiv. Parallel dazu locken steigende Aktienkurse Kapital aus dem Edelmetall ab.

Das anstehende Wochenende liefert die nächste Richtungsentscheidung. Unterschreiben US-Regierung und Iran den Deal, sinkt die geopolitische Risikoprämie für Gold. Platzt die Vereinbarung, rückt das Jahrestief bei 3.901,30 US-Dollar als nächste charttechnische Haltemarke in den Fokus.