Gold gerät unter Druck. Am Montag, den 13. Juli 2026, fällt der Preis für das Edelmetall unter die Marke von 4.100 US-Dollar. Auslöser ist die dramatische Eskalation zwischen den USA und dem Iran – und die Furcht vor einem Ölpreis-Schock, der die Inflation neu anheizen könnte.

Am Freitag schloss der Kurs noch bei 4.127,60 US-Dollar. Im Tagesverlauf am Montag notiert Gold bei etwa 4.059,80 US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang von rund 1,5 Prozent.

Geopolitische Eskalation trifft den Goldmarkt

Am vergangenen Wochenende spitzt sich die Lage im Nahen Osten massiv zu. Berichten zufolge fliegen die USA innerhalb einer Woche den vierten Luftschlag gegen iranische Ziele. Teheran reagiert und erklärt, die Straße von Hormus „bis auf Weiteres“ zu sperren.

Die Meerenge zählt zu den wichtigsten Routen für den weltweiten Öltransport. Die Energiemärkte reagieren sofort. Der Ölpreis der Sorte Brent steigt in Richtung der 100-Dollar-Marke.

Das bringt Gold in eine schwierige Lage. Als Krisenwährung ist das Metall eigentlich gefragt. Aktuell überwiegen jedoch die Sorgen vor den inflationären Folgen des Ölpreis-Schocks – steigende Energiekosten könnten die globale Teuerung erneut anheizen und Notenbanken zu strafferer Geldpolitik zwingen.

Zinsängste bremsen die Flucht ins Edelmetall

Die Erwartung einer weiterhin restriktiven US-Geldpolitik belastet Gold derzeit stärker als sein Ruf als sicherer Hafen. Anleger preisen aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 58 bis 62 Prozent für eine weitere Zinserhöhung der Federal Reserve im September 2026 ein.

Gold wirft keine Zinsen ab. Die Aussicht auf dauerhaft hohe Realzinsen und ein fester Dollar mindern deshalb die Attraktivität des Rohstoffs.

Viele Investoren halten sich zurück. Anhörungen von Fed-Vertretern vor dem US-Kongress dürften zeigen, ob die Notenbank ihren Kurs angesichts der neuen geopolitischen Risiken verschärft.

Nachfrage bleibt gespalten

Trotz der Preisrückgänge zeigt sich die strukturelle Nachfrage stabil. Die chinesische Zentralbank PBOC stockt ihre Goldreserven im Juni um weitere 15 Tonnen auf.

In anderen Märkten zeigen sich Risse. In Indien führen hohe Volatilität und das aktuelle Preisniveau zu Kaufzurückhaltung. Händler bieten Gold zuletzt mit Abschlägen von bis zu 19 US-Dollar gegenüber den offiziellen Inlandspreisen an.

Im institutionellen Bereich stabilisieren sich die Bestände dagegen. Die Goldreserven in Londoner Tresoren wachsen per Ende Mai leicht um 0,21 Prozent auf 9.392 Tonnen. Großbanken wie HSBC senken ihre Prognosen wegen des starken Dollars zwar leicht, sehen das Edelmetall mittelfristig aber weiter unterstützt.

Charttechnik: Diese Marken zählen jetzt

Der Fall unter 4.100 Dollar trübt das kurzfristige Bild ein. Auf Wochensicht verliert Gold rund 1,18 Prozent, auf Monatssicht liegt das Minus bei 2,64 Prozent.

Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 4,93 Prozent zu Buche. Der RSI notiert bei 44 Punkten – ein neutrales bis leicht schwaches Signal ohne klare Richtung.

Zum Allzeithoch ist der Abstand deutlich größer. Gold notiert derzeit 26,64 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 5.626,80 US-Dollar vom 29. Januar 2026.

Zum Jahrestief fällt der Abstand dagegen gering aus. Nur 5,80 Prozent trennen den Kurs vom Tief bei 3.901,30 US-Dollar, erreicht am 28. Oktober 2025.

Auch die gleitenden Durchschnitte signalisieren Schwäche. Der Kurs liegt 5,45 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 4.365,48 US-Dollar. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand 9,07 Prozent.

Analysten richten den Blick nun auf die nächsten Unterstützungszonen bei 4.018 US-Dollar sowie die psychologisch wichtige Marke von 3.960 US-Dollar. Ein nachhaltiger Rutsch darunter könnte die Korrektur bis in den Bereich von 3.870 US-Dollar ausweiten.

Auf der Oberseite bildet die Zone um 4.159 US-Dollar den nächsten Widerstand. Erst ein Ausbruch über dieses Niveau würde eine Bodenbildung einleiten.