Geopolitische Krisen treiben normalerweise den Goldpreis. Aktuell zeigt sich am Markt ein völlig anderes Bild. Die USA und der Iran steuern auf eine militärische Eskalation zu. US-Präsident Donald Trump erklärte die Waffenruhe für beendet. Das Edelmetall reagiert darauf mit massiven Kursverlusten.
Zinsangst schlägt sicheren Hafen
Der Konflikt im Nahen Osten spitzt sich rasant zu. Das US-Militär griff an zwei aufeinanderfolgenden Tagen iranische Ziele an. Teheran kündigte im Gegenzug weitreichende Vergeltungsschläge an. Die Ölpreise schossen nach Trumps Äußerungen prompt um mehr als fünf Prozent in die Höhe. Das schürt massive Inflationssorgen am Markt.
Für Gold bedeutet diese Dynamik starken Verkaufsdruck. Höhere Energiepreise rufen die US-Notenbank auf den Plan. Das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung offenbarte bereits wachsende Bedenken der Währungshüter hinsichtlich der Inflation. Die Märkte preisen nun fest eine Zinserhöhung bis Ende 2026 ein. Steigende Zinsen machen das zinslose Edelmetall für Anleger unattraktiv.
Kampf mit der Charttechnik
Die fundamentale Talfahrt spiegelt sich deutlich im Chart wider. Am Donnerstag schloss Gold bei rund 4.137 US-Dollar je Feinunze. Damit notiert der Preis rund 5,5 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief schmilzt auf knappe sechs Prozent. Die kurze Erholungsrallye von Anfang Juli ist vollständig verpufft.
China kauft im Hintergrund
Ein Lichtblick für das Edelmetall kommt aus Asien. Nicht alle Marktakteure werfen ihre Bestände ab. Die chinesische Zentralbank meldete für den Juni kräftige Zukäufe. Es war der stärkste monatliche Anstieg der chinesischen Goldreserven seit über zweieinhalb Jahren. Diese strukturelle Nachfrage der Notenbanken dämpft den aktuellen Preisverfall etwas ab.
Die ungewöhnliche Kombination aus Kriegsrhetorik und Zinserwartungen schnürt das Edelmetall weiter ein. Anleger blicken nun auf zwei konkrete Faktoren. Weitere militärische Zwischenfälle in der Straße von Hormus könnten den Ölpreis weiter anheizen. Parallel dazu entscheiden die kommenden US-Inflationsdaten, ob die Fed ihren Kurs tatsächlich verschärft.
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