Gold: 4.353,60 Dollar nach Waffenruhe

Die Waffenruhe zwischen Israel und Iran lässt den Goldpreis einbrechen. Zusätzlich belasten Zinsängste und eine harte Linie der Fed das Edelmetall.

Gold Aktie
Kurz & knapp:
  • Starker Preisverfall bei Gold
  • Fed-Chef Warsh mit Zinsstraffung
  • Nächste Unterstützung bei 4.000 Dollar
  • Zentralbanken kaufen weiter Gold

Die Waffen schweigen im Nahen Osten. Für den Goldpreis bedeutet das den stärksten Abwärtsdruck seit Monaten. Israel und der Iran haben ihre gegenseitigen Angriffe offiziell eingestellt. Damit verliert das Edelmetall seinen wichtigsten Preistreiber der vergangenen Wochen.

Schwindende Krisenangst

Die Märkte reagieren prompt auf die geopolitische Entspannung. Der Flugverkehr in Teheran läuft wieder. Israels Schulen öffnen. In der Folge schmilzt die Risikoprämie für das Edelmetall. Aktuell notiert die Feinunze bei 4.353,60 US-Dollar. Auf Monatssicht verbucht Gold damit ein Minus von gut acht Prozent. Auch am Ölmarkt geben die Notierungen nach. Brent-Rohöl verbilligt sich auf 91,70 US-Dollar pro Barrel.

Neuer Fed-Chef, harte Zinsrealität

Neben der schwindenden Krisenangst belastet das geldpolitische Umfeld. Kevin Warsh führt seit Ende Mai die US-Notenbank. Der neue Fed-Chef übernimmt in einer Phase hartnäckiger Inflation. Analysten von Goldman Sachs streichen ihre Prognosen für sinkende Zinsen im Jahr 2026 komplett. Sie erwarten die ersten beiden Lockerungen um je 25 Basispunkte nun frühestens für Juni und Dezember 2027.

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Die Zinswende verschiebt sich nicht nur nach hinten. Die Märkte preisen laut CME FedWatch Tool für Dezember 2026 sogar eine Zinserhöhung ein. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei über 70 Prozent. Höhere Zinsen machen das zinslose Gold für Investoren unattraktiv.

Die Folge: ein angeschlagenes Chartbild. Der Kurs ist unter seinen langfristigen Durchschnitt gefallen. Auch die 50-Tage-Linie bei rund 4.632 US-Dollar ist längst unterschritten. Marktexperten sehen die nächste große Unterstützung erst bei 4.000 US-Dollar.

Am Mittwoch stehen die US-Inflationsdaten für Mai an. Liegen diese Werte über den Prognosen, droht dem Goldpreis weiterer Verkaufsdruck. Langfristig stützen jedoch institutionelle Käufer den Markt. Zentralbanken aus China und Indien bauen ihre strategischen Goldbestände unbeirrt weiter aus.

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