Geopolitische Krisen treiben normalerweise den Goldpreis. Aktuell passiert das Gegenteil. Die militärische Eskalation am Persischen Golf und ein robuster US-Arbeitsmarkt schnüren dem Edelmetall die Luft ab.
Der Spotpreis rutschte am Donnerstag auf rund 4.438 US-Dollar ab. Damit vergrößert sich der Abstand zur 50-Tage-Linie auf fast vier Prozent. Mit einem RSI von knapp 40 nähert sich der Markt zügig dem überverkauften Bereich.
Auslöser für die Schwäche sind überraschend starke US-Wirtschaftsdaten. Robuste ADP-Beschäftigungszahlen im Privatsektor und viele offene Stellen lassen Händler umdenken. Die Swap-Märkte preisen eine Zinssenkung beim Juni-Treffen der Fed nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von fünf Prozent ein.
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Ölpreisschock schlägt auf Edelmetalle durch
Der Abbruch der Waffenstillstandsgespräche zwischen dem Iran und den USA verschärft die Lage an der Straße von Hormuz. Investoren flüchten in den US-Dollar, während die Ölpreise nach oben schießen.
Für Gold entsteht daraus ein toxischer Mix. Das Edelmetall verhält sich zunehmend wie ein Risikoasset und entwickelt eine negative Korrelation zu Öl. Marktbeobachter fürchten, dass teureres Rohöl eine zweite Inflationswelle auslöst und die Zentralbanken zu weiteren Zinserhöhungen zwingt. Da Gold keine Zinsen abwirft, steigen die Opportunitätskosten für Anleger im aktuellen Umfeld rasant.
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Zentralbanken stützen den Boden
Kurzfristig spricht auch die Saisonalität gegen steigende Kurse. In den Sommermonaten sinkt traditionell die Schmucknachfrage aus Asien, da preissensitive Verarbeiter ihre Bestände erst im Herbst wieder auffüllen.
Auf lange Sicht bleibt das strukturelle Fundament intakt. Analysten der OCBC-Bank hoben ihr Kursziel bis Ende 2026 massiv auf 5.600 US-Dollar an. Als Haupttreiber sehen sie das anhaltende Umfeld der Unsicherheit und massive Käufe der Zentralbanken. Für das laufende Jahr projizieren Experten ein Volumen von rund 800 Tonnen. Schwellenländer treiben die De-Dollarisierung ihrer Währungsreserven weiter voran, was Kursrücksetzer für strategische Käufer attraktiv macht.
Der nächste Härtetest steht unmittelbar bevor. Am Freitag veröffentlicht die US-Regierung den offiziellen Arbeitsmarktbericht für den Monat Mai. Fallen die Nonfarm Payrolls erneut stark aus, dürfte sich die Zinserhöhungsfantasie zementieren und den Abwärtsdruck auf das Edelmetall weiter verschärfen.
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