Der Goldpreis zeigt sich am Dienstag stabil auf hohem Niveau. Das Edelmetall notiert am Morgen bei 4.515 US-Dollar je Feinunze – knapp über dem Vortagesschluss von 4.515 Dollar. Zwei Faktoren stützen die Nachfrage: die überraschend stark gestiegene Inflation in der Eurozone und die unverändert hohe Unsicherheit im Nahen Osten.
Europas Teuerung steigt, EZB unter Zugzwang
Die Inflationsrate im Euroraum ist im Mai auf 3,2 Prozent geklettert – nach 3,0 Prozent im Vormonat. Besonders Energiepreise heizen die Teuerung an: ein Plus von 10,9 Prozent zum Vorjahr.
EZB-Direktorin Isabel Schnabel hat bereits die Notwendigkeit einer Zinserhöhung auf der kommenden Sitzung am 11. Juni betont. Die Commerzbank rechnet mit einem Schritt von 25 Basispunkten. Steigende Zinsen belasten Gold normalerweise. Die anhaltend hohe Inflation stützt aber parallel dazu die Rolle des Rohstoffs als Wertspeicher. Ein Widerspruch, von dem Gold derzeit profitiert.
Hormus-Blockade bleibt Krisentreiber
Die Lage im Nahen Osten liefert weiterhin Auftrieb. US-Präsident Trump spricht von Fortschritten in den Verhandlungen mit dem Iran und stellt eine Einigung für die kommende Woche in Aussicht. Gleichzeitig melden iranische Medien das Ende der Gespräche. Die Straße von Hormus bleibt geschlossen – ein kritischer Faktor für die globalen Rohstoffmärkte.
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Solange die Blockade dieser Wasserstraße besteht, dürften die Energiepreise hoch bleiben. Gold profitiert in diesem Umfeld als sicherer Hafen. Der Ölpreis (Brent) gab indes leicht auf rund 93,91 Dollar nach.
Technisch in der Schwebe
Der Goldpreis liegt mit 4.515 Dollar oberhalb der 200-Tage-Linie (4.416 Dollar), aber unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 4.641 Dollar. Der relative Stärkeindex (RSI) steht mit 49,8 Punkten exakt an der neutralen Schwelle. Auf Jahressicht notiert Gold rund vier Prozent im Plus – allerdings 17 Prozent unter dem Januar-Hoch bei 5.450 Dollar.
Die kommenden Tage bringen neue Impulse. US-Arbeitsmarktdaten könnten die Zinserwartungen an die Federal Reserve und damit die Bewertung von Gold in Dollar maßgeblich beeinflussen.
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