Gold: 5,25 Prozent Monatsverlust nach Inflationsdaten

Steigende US-Inflation und ein neuer Fed-Chef setzen Gold und Silber massiv unter Druck. Die Zinswende rückt in weite Ferne.

Gold Aktie
Kurz & knapp:
  • Gold fällt unter die 4.600-Dollar-Marke
  • Kevin Warsh übernimmt Fed-Präsidentschaft
  • US-Inflation steigt auf 3,8 Prozent
  • Silber verliert über vier Prozent

Gold verliert seinen wichtigsten Rückenwind: die Aussicht auf niedrigere US-Zinsen. Ausgerechnet am Tag des Machtwechsels bei der Fed verschärfen heiße Inflationsdaten den Druck. Silber trifft es noch härter.

Aktuell notiert Gold bei 4.561,00 Dollar und verliert am Freitag 2,03 Prozent. Damit rutscht der Preis klar unter seine mittelfristige Durchschnittslinie.

Warsh übernimmt schwierige Fed

Kevin Warsh übernimmt das Amt des Fed-Präsidenten, nachdem Jerome Powell am Donnerstag ausgeschieden ist. Der Wechsel kommt zur ungünstigen Zeit. Die Märkte preisen niedrigere Zinsen nicht mehr ein.

Warsh gilt als Trumps handverlesener Nachfolger. Offen bleibt, ob er im Offenmarktausschuss genug Rückhalt für einen lockereren Kurs findet. Der Iran-Krieg und die Energiepreise erschweren jede schnelle Wende.

Inflation drückt Edelmetalle

Die US-Verbraucherpreise stiegen im April um 3,8 Prozent zum Vorjahr. Auf Monatsbasis lag das Plus bei 0,6 Prozent. Benzin verteuerte sich um 5,4 Prozent.

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Das verändert die Zinserwartungen abrupt. Gold und Silber werfen keine laufenden Erträge ab. Steigen Renditen und Dollar, werden beide Metalle im Vergleich weniger attraktiv.

Die Märkte haben US-Zinssenkungen für dieses Jahr inzwischen vollständig ausgepreist. Für eine Zinserhöhung bis Dezember liegt die Wahrscheinlichkeit bei fast 30 Prozent. Kein Wunder, dass der Goldpreis nervös reagiert.

Die Bewegung ist nicht nur ein Tagesereignis. Auf Sicht von sieben Tagen steht Gold 3,38 Prozent tiefer. Über einen Monat summiert sich der Rückgang auf 5,25 Prozent.

Die Energiepreise liefern den Inflationsimpuls. Seit Beginn des US-israelischen Krieges gegen Iran sind die US-Benzinpreise um 50 Prozent gestiegen. Der nationale Durchschnitt liegt bei mehr als 4,50 Dollar je Gallone.

Die Straße von Hormus bleibt dabei der kritische Engpass. Durch sie laufen rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels. Angriffe auf Energieanlagen in der Region verschärfen den Druck auf globale Lieferketten.

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Silber trifft es härter

Silber gerät noch stärker unter Druck. Auf der MCX fielen Gold-Futures um knapp 1,5 Prozent. Silber gab dort rund 4 Prozent nach.

International fiel Silber ebenfalls um mehr als 4 Prozent. Verkäufer nutzen die Kombination aus stärkerem Dollar, steigenden Renditen und Gewinnmitnahmen. Dazu kommt der Schwenk in Richtung Risikoanlagen.

Der SPDR Gold Shares meldete per 12. Mai 2026 Bestände von 1.038,28 Tonnen. Innerhalb weniger Handelstage kamen 5,08 Tonnen hinzu. Dem Fonds flossen rund 180 Millionen Dollar frisches Kapital zu.

Das reicht aber nicht für eine Trendwende in der Jahresbilanz. Seit Januar summieren sich die Abflüsse auf rund 4,5 Milliarden Dollar. Die Goldbestände gingen in diesem Zeitraum um etwa 32 Tonnen zurück.

Am Nachmittag folgt um 14:30 Uhr der Empire-State-Index für Mai. Fällt er stark aus, dürfte die Renditedebatte neuen Schub bekommen. Für Gold bleibt die Hürde klar: Solange Inflation und Dollar hoch bleiben, fehlt dem Markt ein schneller geldpolitischer Gegenpol.

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