Drei Notenbanker wollten die Zinsen anheben. Die Mehrheit der Fed stimmte dagegen. Für den Goldpreis war das ein Signal zur Erholung.

Am Donnerstag notiert die Feinunze bei 4.136,10 US-Dollar. Das sind über sechs Prozent mehr als das Jahrestief vom 28. Oktober bei 3.901,30 US-Dollar. Zur Wochenmitte hatte die US-Notenbank ihren Leitzins unverändert gelassen. Die Entscheidung fiel jedoch nicht einstimmig.

Fed hält Kurs, doch die Abweichler zählen

Drei Mitglieder des FOMC stimmten für eine Zinserhöhung. Das sorgte im Vorfeld für Nervosität am Markt. Die Mehrheit entschied sich dennoch für Stillstand.

Für Gold war das eine gute Nachricht. Höhere Zinsen schmälern die Attraktivität von Edelmetallen, die keine laufenden Erträge abwerfen. Bleiben die Zinsen stabil, sinken die Opportunitätskosten fürs Halten von Gold.

Im Vorfeld hatten Marktteilnehmer mit rund 70 Prozent Wahrscheinlichkeit auf eine Zinspause gesetzt. Die restlichen 30 Prozent rechneten mit einer Anhebung um 25 Basispunkte. Für September preisen die Terminmärkte nun eine Wahrscheinlichkeit von 76 Prozent für eine Zinserhöhung ein.

Nahost-Konflikt verschärft sich

Parallel zur Zinsdebatte eskalierte die Lage im Nahen Osten. Der Iran griff nach Angaben aus dem Artikel US-Streitkräfte im Persischen Golf sowie Energieinfrastruktur in Saudi-Arabien an.

Bereits am Vortag der Fed-Entscheidung hatte das US-Militär mehrere iranische Raketen abgefangen. Washington sprach von einem versuchten Überraschungsangriff Teherans. Die iranischen Revolutionsgarden bestätigten später, ballistische Raketen auf einen US-Luftwaffenstützpunkt abgefeuert zu haben.

Diese Eskalation verstärkt die klassische Funktion von Gold als sicherer Hafen. Anleger suchen in solchen Phasen gezielt nach Absicherung gegen geopolitische Risiken.

Zinserwartungen bleiben zwiegespalten

Die Zinslandschaft bleibt für Gold anspruchsvoll. Am US-Terminmarkt wird eine Zinsanhebung derzeit nur mit 36 Prozent Wahrscheinlichkeit gehandelt. Trotzdem sind die Erwartungen an steigende Zinsen zuletzt wieder gestiegen — auch wegen der ungelösten Lage im Nahen Osten, insbesondere rund um den Schiffsverkehr in der Region.

Auch der Anleihemarkt zeigt Nervosität. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte von 4,58 Prozent auf 4,66 Prozent. Steigende Realzinsen erhöhen grundsätzlich die Opportunitätskosten fürs Halten von Gold.

Trotz der jüngsten Erholung bleibt der Goldpreis mit einem Abstand von 26,49 Prozent zum 52-Wochen-Hoch bei 5.626,80 US-Dollar deutlich unter seinem Rekordniveau. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 4.207,76 US-Dollar — noch knapp über dem aktuellen Kurs. Das zeigt: Die Erholung ist real, aber noch keine Trendwende nach oben.

Für die kommenden Wochen richtet sich der Blick auf neue Inflations- und Arbeitsmarktdaten. Sie sollen zeigen, ob die Fed ihren Kurs beibehält oder im weiteren Jahresverlauf doch nachjustiert. Bis dahin dürfte die Kombination aus stabiler Geldpolitik und ungelöstem Nahost-Konflikt den Goldpreis maßgeblich bestimmen.