Steigende Ölpreise, ein starker Dollar und eine hawkishe Fed — Gold kämpft gerade an drei Fronten gleichzeitig. Ausgerechnet die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran, die den Goldpreis eigentlich beflügeln sollten, wirken als Bremse.
Der Mechanismus dahinter ist paradox: Die Auseinandersetzungen nahe der Straße von Hormus trieben die Ölpreise hoch. Höhere Ölpreise schüren Inflation. Und mehr Inflation bedeutet: Die Fed zieht die Zügel an. Das belastet Gold.
Starker Dollar, steigende Zinsen
Fed-Chef Kevin Warsh hält Kurs. Die PCE-Inflation beschleunigte sich im Mai auf 4,1 Prozent. Laut CME FedWatch Tool rechnen Märkte mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 60 Prozent mit einer Zinserhöhung bereits im September 2026.
Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten für Gold — das Edelmetall wirft keine Rendite ab, Staatsanleihen schon. Der Dollar kletterte auf ein Einjahreshoch. Das verteuert Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums und dämpft die internationale Nachfrage zusätzlich.
Zentralbanken kaufen weiter
Ein struktureller Puffer bleibt bestehen. Laut einer aktuellen Umfrage des World Gold Council planen 45 Prozent der befragten Zentralbanken, ihre Goldreserven in den nächsten zwölf Monaten aufzustocken — ein Rekordwert. Seit 2022 kaufen Zentralbanken im Schnitt rund 1.000 Tonnen Gold pro Jahr. Diese physische Nachfrage dürfte einen starken Preisrückgang begrenzen.
Am Dienstag treffen sich US- und iranische Vertreter in Doha. Beide Seiten haben signalisiert, vorerst zurückzutreten. Irans Außenminister Abbas Araghchi bestand jedoch darauf, dass die Verantwortung für die Straße von Hormus allein bei Teheran liege. Die Lage bleibt fragil.
Nonfarm Payrolls als nächster Impuls
Am Donnerstag stehen die US-Arbeitsmarktdaten an. Fallen die Nonfarm Payrolls stark aus, dürften sich die Zinserhöhungserwartungen weiter festigen — und der Druck auf Gold wächst. Zeigen die Daten hingegen eine Abkühlung, könnte das der Fed Spielraum geben, den Ton zu mäßigen.
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