Gold: 660-Tage-Serie gerissen

Starke US-Arbeitsmarktdaten und schwindende Zinssenkungshoffnungen beenden die 660-tägige Serie des Goldpreises über der 200-Tage-Linie.

Gold Aktie
Kurz & knapp:
  • Gold durchbricht wichtige 200-Tage-Linie
  • US-Arbeitsmarkt übertrifft Erwartungen deutlich
  • Zinserhöhung im Dezember wird wahrscheinlicher
  • Geopolitische Entspannung schwächt Gold als Safe Haven

Nach 660 Tagen ist es passiert. Der Goldpreis fällt unter seine 200-Tage-Linie und beendet damit eine historische Serie. Ein robuster US-Arbeitsmarkt und schwindende Zinshoffnungen treiben Anleger in Scharen aus dem Edelmetall. Das Chartbild hat sich schlagartig verdunkelt.

Automatisierte Verkäufe drücken den Kurs

Am vergangenen Freitag erlebte Gold einen massiven Einbruch. Der Preis sackte um fast 95 US-Dollar ab. Kurz darauf durchbrach die Notierung den gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage. Diese wichtige Marke liegt aktuell bei etwa 4.318 US-Dollar.

Technische Analysten werten diesen Rutsch als klares Warnsignal. Von 26 betrachteten Marktindikatoren raten derzeit 16 zum Verkauf. Kein einziger signalisiert einen Einstieg. Die Folge: Trendfolgende Systeme lösen automatisierte Verkaufsorders aus. Das verstärkt den Abwärtsdruck enorm.

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Zinswende abgesagt

Der fundamentale Auslöser für den Preisverfall liegt in den USA. Im Mai schuf die dortige Wirtschaft 172.000 neue Stellen. Analysten hatten lediglich mit der Hälfte gerechnet. Diese unerwartete Stärke zwingt den Markt zum Umdenken.

Unter dem Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh rücken Zinssenkungen in weite Ferne. Anleger am Terminmarkt preisen stattdessen ein ganz anderes Szenario ein. Sie sehen eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent für eine Zinserhöhung im Dezember. Das stärkt den US-Dollar und macht das unverzinste Gold für internationale Käufer teuer.

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Geopolitik hilft nicht mehr

Auch als sicherer Hafen hat das Edelmetall aktuell ausgedient. Eine durch US-Präsident Donald Trump vermittelte Waffenruhe im Nahen Osten entspannt die Lage. Die jüngsten Raketenangriffe zwischen Israel und dem Iran rücken in den Hintergrund. Anleger ziehen ihre Risikoprämien aus dem Markt ab.

Aktuell pendelt der Kurs um die Marke von 4.344 US-Dollar. Die nächste Bewährungsprobe folgt zur Wochenmitte mit frischen US-Inflationsdaten. Fällt die Teuerung hoch aus, droht ein Test der Unterstützung bei 4.280 US-Dollar. Eine Rückkehr in den Aufwärtstrend gelingt erst wieder oberhalb der 200-Tage-Linie.

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