Der Goldmarkt steht unter Druck. Hartnäckige US-Inflationsdaten und eine restriktive Notenbank belasten den Preis, wodurch der Kurs auf Monatssicht um 7,73 Prozent einbrach. Am Freitag schloss die Unze bei 4.103,70 US-Dollar. Parallel dazu formiert sich in Asien eine neue Marktstruktur. Singapur greift nach der globalen Dominanz im Edelmetallhandel.
Singapur baut neue Infrastruktur
Die Singapore Exchange ordnet die globale Marktarchitektur neu. Bis Jahresende startet ein außerbörsliches Abwicklungssystem für physisches Gold unter dem Namen „Loco Singapore“. Als Clearing-Mitglieder sind Branchengrößen wie JPMorgan und die Deutsche Bank an Bord.
Ab Oktober 2026 plant die Währungsbehörde MAS neue Verwahrungsdienste. Ausländische Zentralbanken sollen ihre Goldreserven künftig sicher in Singapur lagern. Der Stadtstaat positioniert sich damit als asiatische Drehscheibe, um die Lücke zwischen den Handelszeiten in Europa und Nordamerika zu schließen.
Harte Fed-Politik bremst den Preis
Trotz der strukturellen Fantasie schwächelt der Goldpreis. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 5,48 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Grund liegt in den USA. Das Kern-PCE stieg im Jahresvergleich auf 3,4 Prozent, während sich die Gesamtrate im Mai auf 4,1 Prozent beschleunigte.
Fed-Chef Kevin Warsh zeigt sich entschlossen. Er will die Inflation unter Kontrolle bringen und hob die Prognosen der US-Notenbank für 2026 an. Die Märkte preisen aktuell drei Zinserhöhungen für dieses Jahr ein. Die Wahrscheinlichkeit für einen ersten Zinsschritt im September liegt bei 62 Prozent.
Zentralbanken stützen die Nachfrage
Die straffe Geldpolitik hinterlässt Spuren bei institutionellen Investoren. Der weltgrößte Gold-ETF verzeichnete seit Januar Abflüsse von rund 57 Tonnen. Zuletzt verlangsamte sich dieser Trend jedoch, was darauf hindeutet, dass sich die Stimmung stabilisiert.
Auf der anderen Seite kaufen die Zentralbanken massiv. Eine aktuelle Umfrage des World Gold Council zeigt ein klares Bild: Exakt 45 Prozent der befragten Notenbanken planen, die eigenen Reserven aufzustocken. Das ist ein Rekordwert. Fast neun von zehn Instituten erwarten global steigende Bestände in den kommenden zwölf Monaten.
Laut Goldman Sachs liegen die monatlichen Zentralbankkäufe aktuell dreimal höher als vor dem Jahr 2022. Damals froren westliche Staaten russische Vermögenswerte ein. Dieser strukturelle Impuls zur Diversifikation hält an.
Analysten bleiben bullisch
In der kommenden Woche stehen wichtige US-Arbeitsmarktdaten an, welche die Zinsspekulationen neu kalibrieren dürften. Charttechnisch liegt die erste wichtige Unterstützung am Montag bei 3.820 US-Dollar je Unze. Trotz des aktuellen Gegenwinds bleiben die großen Banken für das Jahresende optimistisch. Der Konsens zeigt folgende Kursziele:
- Wells Fargo: 6.100 bis 6.300 US-Dollar
- J.P. Morgan und Bank of America: 6.000 US-Dollar
- UBS: 5.500 US-Dollar
- Morgan Stanley: 5.200 US-Dollar
- Goldman Sachs: 4.900 US-Dollar
Selbst das niedrigste Kursziel signalisiert damit deutliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau.
Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 27. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


