Gold hat am Dienstagmorgen die psychologisch wichtige Marke von 4.000 US-Dollar gebrochen. Das Edelmetall fiel zeitweise auf 3.943 Dollar — den tiefsten Stand seit November 2025. Zwei Kräfte drücken gleichzeitig: Friedenshoffnungen im Iran-Konflikt und eine hawkishe US-Notenbank.

Doha-Gespräche nehmen Risikoprämie heraus

In Doha beginnen heute offizielle Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Vermittler sind Oman und Katar. Ziel ist eine Stabilisierung der Straße von Hormus.

Den Startschuss gab US-Präsident Trump bereits am 24. Juni auf Truth Social. Er skizzierte dort Details eines Rahmenabkommens mit gebührenfreiem Schiffsverkehr. Mit dem Beginn physischer Gespräche schwindet die geopolitische Risikoprämie, die Gold in den Vormonaten gestützt hatte.

Fed bleibt auf Kurs — und das kostet Gold

Fed-Chef Kevin Warsh hat die Entschlossenheit der Notenbank zuletzt bekräftigt. Der PCE-Preisindex lag im Mai bei 4,1 Prozent — weit über dem Zielwert. Marktteilnehmer sehen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 63 Prozent für eine Zinserhöhung im September.

Das trifft Gold hart. Das Edelmetall wirft keine Zinsen ab. Steigende Renditen bei US-Staatsanleihen erhöhen die Opportunitätskosten. Hinzu kommt ein starker Dollar, der Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums verteuert.

Charttechnik gibt weiteres Signal nach unten

Der Fall unter 4.000 Dollar löste zahlreiche Stop-Loss-Orders aus. Das beschleunigte die Abwärtsbewegung zusätzlich. Gold notiert nun deutlich unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von rund 4.340 Dollar.

Am Mittwoch folgen die ADP-Arbeitsmarktdaten, am Donnerstag der offizielle US-Arbeitsmarktbericht. Fallen beide Berichte robust aus, erhöht sich der Druck auf die nächste Unterstützung bei 3.879 Dollar.