Gold markiert derzeit neue Höchststände. Der Auslöser liegt nicht am Edelmetallmarkt selbst. Diplomatische Fortschritte am Persischen Golf und schwache US-Konjunkturdaten spielen dem sicheren Hafen gleichzeitig in die Karten.

Der Goldpreis schloss am Mittwoch bei 4.294,60 US-Dollar je Feinunze. Das entspricht einem Tagesplus von 3,88 Prozent – dem dritten Anstieg in Folge. Damit liegt die Notierung 2,72 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 4.181,08 Dollar.

Diplomatischer Fortschritt am Golf treibt Gold

Investoren reagierten auf Berichte über eine mögliche Einigung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormuz. Katar hatte am Dienstag einen Zwischenvorschlag angekündigt. Washington und Teheran signalisierten parallel Fortschritte in den Gesprächen.

Präsident Trump erklärte, ein Deal könne bereits am Mittwoch stehen. Das trieb die Ölpreise nach unten und Gold nach oben. Bemerkenswert: Iran verhandelte offenbar direkt mit Oman über eine Lösung. Teheran erlaubte zudem bestimmten europäischen Ländern, bei der Minenräumung in der Straße zu helfen. Wie weit die USA und Iran dabei direkt miteinander sprachen, bleibt unklar.

Schwacher Arbeitsmarkt verstärkt den Trend

Normalerweise würde eine Entspannung im Nahen Osten den Goldpreis belasten. Diesmal wirkt ein zweiter Faktor genau entgegengesetzt. Der ADP Employment Report zeigte für Juli nur 44.000 neue private Stellen. Erwartet hatten Ökonomen 70.000 – die schwächste Zahl seit Januar.

Die Folge: Die Markterwartung für eine Fed-Zinserhöhung im September sank von 67 auf 57 Prozent. Kansas-City-Fed-Präsident Jeff Schmid mahnte zwar, zusätzliche geldpolitische Straffung könnte nötig sein, um die Inflation auf das 2-Prozent-Ziel zu drücken. Diese Position bleibt innerhalb der Notenbank aber umstritten.

Notenbanken kaufen weiter

Neben den kurzfristigen Impulsen bleibt die strukturelle Nachfrage intakt. Gold-ETFs in China verzeichnen weiterhin Zuflüsse. Institutionelle Investoren stützen die Notierung oberhalb der wichtigen Marke von 4.000 Dollar.

Zentralbanken kauften im zweiten Quartal 2026 netto rund 289 Tonnen Gold. Das liegt deutlich über dem schwachen ersten Quartal. Polen und China zählten zu den größten Käufern.

Investoren richten den Blick nun auf Freitag. Dann veröffentlichen die USA den Juli-Beschäftigungsbericht. Fällt er ähnlich schwach aus wie die ADP-Zahlen, dürfte das die Zinssenkungserwartungen für die Fed-Sitzung im September weiter verstärken – und Gold zusätzlichen Auftrieb geben.