Der Goldpreis tritt vor der Veröffentlichung des Fed-Protokolls auf der Stelle. Nach Verlusten am Dienstag hat sich das Edelmetall wieder etwas erholt, seit der Dollar an Schwung verliert. Für klare Kursimpulse fehlt derzeit der Auslöser — den könnten die Notizen der Juli-Sitzung heute Abend liefern.
Dollar-Schwäche gibt Rückenwind
Gold bewegt sich über der Marke von 4.350 Dollar je Feinunze, nachdem es zuvor auf ein Wochentief gefallen war. Der Grund für die Erholung liegt weniger im Edelmetall selbst als im Greenback: Verkäufe im Dollar verschaffen Gold Auftrieb, da das Metall in der US-Währung notiert und sich für Käufer außerhalb des Dollarraums verbilligt.
Gleichzeitig bleiben von Öl getriebene Inflationsrisiken bestehen und stützen erhöhte US-Anleiherenditen — ein Faktor, der die Dollar-Verluste eigentlich begrenzen sollte.
Das CME FedWatch-Tool sieht aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent, dass die Notenbank die Leitzinsen im kommenden Monat unverändert lässt. Genau das treibt die Nervosität vor dem heutigen Protokoll: Händler suchen nach Hinweisen, ob sich diese Einschätzung bestätigt oder verschiebt, bevor sie größere Richtungswetten eingehen.
Geopolitik bleibt im Hintergrund präsent
Auf geopolitischer Ebene sorgt die Situation rund um die Straße von Hormus weiter für Unsicherheit. US-Präsident Trump erklärte, dass aktuell keine Gespräche mit dem Iran stattfänden, beharrte zugleich aber darauf, dass die Wasserstraße geöffnet sei — eine Darstellung, der Teheran widerspricht.
Diese Gemengelage aus offener Frage zur Schifffahrtsroute und fehlendem Dialog hält den Nahost-Konflikt als latenten Unterstützungsfaktor für Gold am Leben, auch wenn er derzeit nicht die Schlagzeilen dominiert.
Charttechnisch bewegt sich Gold weiter in seiner jüngsten Spanne, wobei der 100-Tage-Durchschnitt die Aufwärtsbewegung begrenzt. Der Ausbruch aus der mehrwöchigen Seitwärtsrange oberhalb von 4.000 Dollar Anfang August hatte zunächst für dynamische Gewinne gesorgt, ehe sich die Notierungen zuletzt in einer engeren Spanne um 4.400 Dollar festgefahren haben.
Das Fed-Protokoll wird am heutigen Mittwoch um 20 Uhr veröffentlicht. Liefert es klare Signale für eine Zinspause im September, dürfte das dem Dollar weiteren Boden entziehen und Gold zusätzlichen Spielraum nach oben verschaffen. Bleiben die Aussagen vage, dürfte sich die aktuelle Seitwärtsbewegung zunächst fortsetzen.
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