Jahrelang galten Zentralbanken als verlässliche Stütze des Goldmarkts. Nun dreht sich das Bild: Russland und die Türkei verkaufen in großem Stil – und das könnte eine der zentralen Thesen hinter dem mehrjährigen Goldpreisanstieg ins Wanken bringen.
Nach einem Rückgang von mehr als 13 Prozent im März stabilisiert sich der Preis aktuell bei rund 4.774 Dollar. Treiber der heutigen Erholung von etwa 1,4 Prozent sind Signale einer möglichen Deeskalation im Iran-Krieg: US-Präsident Trump deutete an, Angriffe auf den Iran innerhalb von zwei bis drei Wochen einzustellen – ob mit oder ohne Einigung.
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Reservenabbau aus der Not
Die Verkäufe folgen einer klaren Logik. Russlands Zentralbank hat allein in Januar und Februar 500.000 Unzen abgestoßen, um wachsende Haushaltsdefizite zu finanzieren – die Reserven sanken damit auf ein Vier-Jahres-Tief. Die Türkei verkaufte und swappte im Zuge des Iran-Kriegs rund 50 bis 60 Tonnen, primär zur kurzfristigen Marktstabilisierung.
Analysten bei Natixis sehen dahinter ein strukturelles Muster: Zentralbanken greifen auf ihre Goldreserven zurück, um Notfallkäufe von Energie zu finanzieren und den Druck steigender Ölpreise auf ihre Währungen abzufedern. Besonders aufmerksam beobachtet werden dabei Notenbanken in Asien und dem Nahen Osten – Regionen, die bislang als Haupttreiber der globalen Goldnachfrage galten.
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Banken halten an hohen Kurszielen fest
Trotzdem revidieren die großen Häuser ihre Prognosen nicht. JPMorgan erwartet Gold zum Jahresende bei 6.300 Dollar, UBS bei 6.200 Dollar, Goldman Sachs kalkuliert konservativer mit 5.400 Dollar. Alle drei stützen ihre Einschätzungen auf anhaltende Zentralbanknachfrage, mögliche Fed-Zinssenkungen und erhöhte geopolitische Unsicherheit.
Genau der erste dieser Faktoren steht nun unter Druck. Solange der Iran-Krieg die Energiekosten treibt und betroffene Volkswirtschaften ihre Reserven liquidieren, bleibt offen, ob die Käuferseite stark genug bleibt, um die bullishen Jahresziele zu rechtfertigen. Die nächste Richtungsentscheidung dürfte fallen, sobald Trumps angekündigte Rede zur Lage im Iran konkretere Konturen annimmt.
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