Die diplomatischen Entwicklungen der vergangenen Tage bringen dem Goldmarkt keine Entspannung. Zwar verlängerten die Staatsführungen der USA und Chinas ihren bilateralen Handels-Waffenstillstand am Sonntag um zwei Monate. Gleichzeitig bleibt der Konflikt zwischen Washington und Teheran jedoch festgefahren. Zusammen mit anhaltenden Sorgen vor einer verfestigten Teuerung sorgt diese Gemengelage für Gegenwind am Rohstoffmarkt.

Zum Handelsschluss am Montag stand für das Edelmetall ein Tagesverlust von 3,9 Prozent zu Buche. Mit einem Schlusskurs von 4.120,49 US-Dollar je Feinunze vergrößerte sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch auf 26 Prozent.

Anleiherenditen setzen Edelmetall zu

Vor allem die Zinslandschaft dämpft die Nachfrage nach dem zinslosen Metall spürbar. Medienberichten zufolge kletterten die Renditen von US-Staatsanleihen zuletzt in die Nähe von 19-Jahres-Hochs.

Parallel dazu preisen die Terminmärkte laut Daten des CME FedWatch Tools eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 70 Prozent für eine erneute Zinserhöhung ab Oktober ein. Zusätzliche Nahrung erhielten diese Erwartungen durch Äußerungen von Cleveland-Fed-Präsidentin Beth Hammack, die gestern vor einer anhaltenden Inflation warnte.

Vor gut einer Woche hatten falkenhafte Signale der Federal Reserve den Goldpreis bereits unter Druck gesetzt. Wenn festverzinsliche Wertpapiere attraktive Renditen abwerfen, meiden viele Großanleger traditionell unverzinsliche Sachwerte wie Gold. Dass die geopolitischen Risiken im Nahen Osten nach der Blockade der Straße von Hormus weiter schwelen, reichte zuletzt nicht aus, um diesen Renditeeffekt vollständig auszugleichen.

Notenbanken stützen das langfristige Fundament

Als stabilisierender Faktor erweist sich hingegen die anhaltende Nachfrage der Währungsbehörden. Nach Angaben des World Gold Council erwarben die weltweiten Notenbanken im zweiten Quartal 2026 insgesamt 288,9 Tonnen Gold. Dies entspricht einem Zuwachs von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und markiert einen Höchststand für diesen Berichtsabschnitt. Angeführt wurden die Käufe von Polen mit 51 Tonnen und China mit 33 Tonnen.

In den kommenden Tagen richten sich die Blicke der Marktteilnehmer auf neue Konjunkturdaten. Am morgigen Mittwoch steht die Veröffentlichung des PCE-Inflationsberichts für August an, gefolgt von den US-Arbeitsmarktdaten am kommenden Freitag. Zudem beginnt am 1. Oktober die chinesische Feiertagswoche, die erfahrungsgemäß für saisonale Impulse bei der Schmucknachfrage sorgen kann.