Gold: China-Importe steigen um 81,2 Prozent

Gold schließt über der 4.500er-Marke, doch die Prognosen der Großbanken klaffen extrem auseinander. Der Montag wird richtungsweisend.

Gold Aktie
Kurz & knapp:
  • Gold schließt bei 4.569,90 US-Dollar
  • Prognosen reichen von 2.100 bis 6.300 Dollar
  • Chinesische Goldimporte steigen um 81 Prozent
  • Widerstand bei 4.587 und 4.643 Dollar

Gold hat die Marke von 4.500 US-Dollar zurückerobert. Der Sprung wirkt technisch sauber, trifft aber auf einen nervösen Markt. Nach einer schwankungsreichen Woche richtet sich der Blick auf Montag, weil der Schlusskurs knapp unter den ersten Widerständen liegt.

Am Freitag schloss Gold bei 4.569,90 US-Dollar und gewann 1,57 Prozent. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Plus von 1,08 Prozent.

Prognosen driften weit auseinander

Der Kernkonflikt ist nicht der Tagesgewinn. Es ist die enorme Spanne der Erwartungen. Große Häuser sehen völlig andere Goldwelten, obwohl sie auf denselben Markt blicken.

  • Goldman Sachs: Ziel von 5.400 US-Dollar je Feinunze bis Ende 2026.
  • JPMorgan: ältere Einschätzung mit 6.000 bis 6.300 US-Dollar.
  • S&P Global: Ziel von 2.500 US-Dollar für 2026.
  • S&P Global: bis 2027 nur 2.100 US-Dollar.
  • UBS: Ziel für Ende 2026 von 5.900 auf 5.500 US-Dollar gesenkt.

Diese Bandbreite erklärt die Nervosität. Gold bleibt für einige Häuser ein Absicherungsinstrument gegen Inflation, Zinsrisiken und geopolitische Spannungen. Andere rechnen mit einem deutlichen Rückfall, falls diese Stützen nachlassen.

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Asien liefert Rückenwind

Ein harter Nachfragefaktor kommt aus China. Die Netto-Goldimporte über Hongkong stiegen im April um 81,2 Prozent auf 86,7 Tonnen. Das zeigt: Physische Nachfrage bleibt ein realer Treiber, nicht nur ein Chartargument.

Der US-Dollar und die Zinserwartungen wirken parallel auf den Preis. Ein schwächerer Dollar kann Gold stützen, weil das Edelmetall für Käufer außerhalb der USA günstiger wird. Höhere reale Zinsen setzen dagegen Druck auf, weil Gold keine laufenden Erträge liefert.

Technik bleibt gemischt

Technisch ist das Bild noch nicht sauber bullisch. Der Preis liegt unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 4.639,16 US-Dollar, während der RSI mit 49,8 neutral wirkt. Der Abstand zum Jahreshoch bleibt mit minus 16,15 Prozent deutlich.

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Die nächsten Widerstände liegen bei 4.587 und 4.643 US-Dollar. Damit handelt Gold zwar wieder über der runden Marke, aber noch nicht frei nach oben.

Auf der Unterseite markieren 4.436 und 4.341 US-Dollar die wichtigsten Zonen. Ein Rückfall dorthin würde den jüngsten Anstieg klar relativieren.

Am Montag zählt vor allem, ob Gold den Bereich um die ersten Widerstände angreift oder wieder unter 4.500 US-Dollar fällt. Ein stabiler Handel darüber würde das Freitagssignal bestätigen. Ein schneller Rücksetzer würde die Erholung als kurze Reaktion nach einer volatilen Woche einordnen.

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