Schwache Wirtschaftsdaten in den USA treffen auf eine ungebrochene Kauflust in Asien. Beim Goldpreis prallen derzeit zwei gegensätzliche Welten aufeinander. Zwar gab der Kurs am Dienstag leicht auf 4.161 US-Dollar nach. Die massive Nachfrage der Notenbanken stützt das Edelmetall aber weiterhin spürbar.
Schwacher US-Arbeitsmarkt
Der US-Arbeitsmarktbericht enttäuschte die Analysten deutlich. Außerhalb der Landwirtschaft entstanden im abgelaufenen Monat lediglich 57.000 neue Stellen. Experten hatten zuvor mit mehr als 100.000 neuen Jobs gerechnet.
Diese Abkühlung nimmt den Druck von der US-Notenbank Fed. Am Terminmarkt fiel die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September auf etwa 53 Prozent. Das ist eine gute Nachricht für das zinslose Gold. Sinkende Zinsen verringern die Opportunitätskosten für Anleger. Ein stärkerer US-Dollar dämpfte die anfängliche Euphorie allerdings rasch ab.
Chinas Hunger nach Gold
Während westliche Märkte auf die Zinsen schauen, kauft Asien unermüdlich weiter. Die chinesische Zentralbank stockte ihre Reserven zuletzt den zwanzigsten Monat in Folge auf. Rund 480.000 Feinunzen kamen hinzu. Damit hält China nun offizielle Bestände von knapp über 75 Millionen Feinunzen.
Dieser Trend beschränkt sich nicht auf Peking. Laut dem World Gold Council planen fast die Hälfte aller befragten Notenbanken weitere Käufe. Die nationalen Reserven sollen im kommenden Jahr weiter wachsen. Gold überholt dabei in vielen staatlichen Portfolios sogar US-Staatsanleihen. Die Folge: Ein solider Preisanker nach unten.
Krisen stützen, Dollar bremst
Ein weiterer Faktor bleibt der schwelende Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Geopolitische Risiken treiben Anleger traditionell in sichere Häfen. Parallel dazu stärkt die Unsicherheit jedoch die Nachfrage nach dem US-Dollar. Das verteuert Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums und bremst eine stärkere Erholung aus.
Ein Blick auf den Chart zeigt eine deutliche Konsolidierung. Auf Monatssicht verzeichnet das Edelmetall ein Minus von rund vier Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief bei 3.901 US-Dollar beträgt aktuell nur knapp sieben Prozent. Dennoch bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt.
Fokus auf das Fed-Protokoll
Am Mittwoch richten Marktbeobachter ihren Blick auf das Sitzungsprotokoll der Fed. Es ist das erste Protokoll unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Anleger erhoffen sich klare Hinweise zur künftigen Geldpolitik.
Hält die wichtige Marke von 4.000 US-Dollar, erwarten Analysten eine ruhigere zweite Jahreshälfte 2026. Das Edelmetall dürfte dann um die Marke von 4.100 US-Dollar pendeln, bis neue makroökonomische Impulse den Markt bewegen.
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