Gold meldet sich zurück. Nach dem Tief der Woche steigt das Edelmetall am Freitagabend wieder über die Marke von 4.200 Dollar. Auslöser sind schwache US-Konsumdaten, fallende Renditen und ein Großkäufer aus Fernost.
Rückenwind von Zinsen und Konsumdaten
Am Mittwoch war der Preis noch auf 4.066 Dollar gefallen, den tiefsten Stand seit Anfang August. Seither hat sich die Lage gedreht. Die Feinunze kostet am Abend rund 4.194 Dollar, zwischenzeitlich waren es mehr als 4.200 Dollar. Silber legt ebenfalls kräftig zu und notiert bei etwa 60,79 Dollar.
Die US-Verbraucherstimmung verfehlte die Erwartungen deutlich und rutschte auf 46,3 Punkte. Marktteilnehmer halten es nun für sehr wahrscheinlich, dass die Fed im Oktober stillhält. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 81 Prozent. Wetten auf eine Zinserhöhung im Dezember bleiben allerdings bestehen.
Hinzu kommen sinkende Anleiherenditen in Europa und den USA. Gold wirft keine Zinsen ab und profitiert deshalb von fallenden Marktzinsen. Auch die nachgebenden Ölpreise dämpften die Inflationserwartungen. Nach Einschätzung der Helaba ist ein weiterer EZB-Zinsschritt bis Jahresende nicht mehr vollständig eingepreist. EZB-Chefvolkswirt Philip Lane hatte zuvor für ein „maßvolles“ Vorgehen plädiert.
Auch an Europas Anleihemärkten beruhigte sich die Lage. Besonders in Frankreich gaben die Renditen nach. Vor einer Woche hatte die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen noch fast fünf Prozent erreicht, belastet von hoher Verschuldung und politischer Instabilität.
Chinas Notenbank als Stütze
Unterstützung kommt aus Peking. Laut Commerzbank-Experte Carsten Fritsch kaufte die chinesische Notenbank im September so viel Gold wie seit drei Jahren nicht mehr. Sie dürfte das niedrigere Preisniveau zum Aufstocken genutzt haben.
Diese Käufe erklären aus Sicht der Commerzbank, warum die gestiegenen Zinserwartungen den Goldpreis nicht stärker belastet haben. Auch ETFs fragen weiter nach.
Enge Spanne bleibt das Muster
Ganz frei ist der Weg nach oben nicht. Zwischenzeitlich zogen der Dollar und die US-Renditen wieder an, was die Erholung bremste. Falkenhafte Fed-Erwartungen deckeln das Potenzial. Technisch bewegt sich Gold seit Tagen in einer Spanne zwischen 4.100 und 4.200 Dollar.
Der Freitag hat diese Obergrenze nun angetestet. Gelingt ein Schlusskurs klar über 4.200 Dollar, rückt der Ausbruch aus der Spanne näher. Fällt der Preis zurück, bleibt die Zone um 4.100 Dollar die Marke, auf die der Markt schaut.
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