Gold hat am Donnerstag wieder Boden gutgemacht. Die Feinunze kostete am Nachmittag 4.159 Dollar, rund 53 Dollar mehr als am Vortag. Auslöser ist weniger ein neuer Impuls als eine Gegenbewegung an den Devisen- und Anleihemärkten.

Euro erholt sich, Dollar gibt nach

Am Mittwoch hatte ein überraschend starker Anstieg der US-Inflation den Dollar gestützt. Die Spekulation auf weitere Zinserhöhungen der Fed nahm zeitweise deutlich zu, der Euro fiel auf den tiefsten Stand seit Mai 2025. Gold geriet dadurch unter Druck, denn höhere Zinsen machen das Edelmetall ohne Zinsertrag weniger attraktiv.

Heute dreht das Bild. Der Euro stieg wieder über 1,12 Dollar, und die Renditen von US-Staatsanleihen gaben nach. Das zog frische Käufer in den Goldmarkt. Selbst ein unerwartet starker Anstieg der US-Erzeugerpreise im September verlieh dem Dollar keinen neuen Auftrieb.

Die Landesbank Hessen-Thüringen sieht die Zinserwartungen als nur temporär angeheizt. Ein Argument, das Goldanlegern entgegenkommt.

Technisch bleibt das Bild gemischt

Von Entwarnung kann dennoch keine Rede sein. Energiegetriebene Inflationsrisiken halten Wetten auf eine Zinserhöhung der Fed im Spiel. Das bleibt die zentrale Belastung für das Edelmetall.

Auch die Charttechnik zeigt sich zurückhaltend: Der Goldpreis notiert weiter unter der Mittellinie der Bollinger-Bänder. Kurzfristig bleibt der technische Ausblick damit leicht bärisch, solange keine nachhaltige Rückkehr über diese Marke gelingt.

Geopolitische Unsicherheiten wirken dabei in beide Richtungen. Sie stärken grundsätzlich die Nachfrage nach sicheren Häfen, stützen aber zugleich den Dollar, der als Fluchtwährung gilt. Zuletzt hatte der US-Dollar ein 18-Monats-Hoch erreicht, von dem er sich nun etwas entfernt.

Die Marke von 4.150 Dollar rückt damit in den Mittelpunkt. Hält Gold dieses Niveau, während Anleiherenditen und Dollar weiter nachgeben, wäre eine Fortsetzung der Erholung denkbar. Fallen die Renditen nicht weiter, dürften die Zinssorgen den Preis rasch wieder belasten.