Gold: Ernüchternde Signale

Der Goldpreis verzeichnet drei negative Wochen in Folge. Höhere Zinserwartungen und ein starker US-Dollar belasten das Edelmetall, während die physische Nachfrage robust bleibt.

Gold Aktie
Kurz & knapp:
  • Längste Abwärtsserie seit über fünf Jahren
  • Fed-Chef Powell dämpft Hoffnungen auf Zinssenkungen
  • Physische Nachfrage hält sich trotz Kursrückgang
  • US-Arbeitsmarktdaten als nächster wichtiger Indikator

Der Goldpreis hat seine dritte Verlustwoche in Folge beendet — die schwächste Serie seit März 2020. Statt als sicherer Hafen zu glänzen, steht das Edelmetall unter dem kombinierten Druck eines festeren US-Dollars, gestiegener Zinserwartungen und einer unsicheren Fed-Linie.

Powell zwischen Inflation und Wachstum

Jerome Powell sprach heute vor Studenten der Harvard University. Was nach einem akademischen Auftritt klingt, wurde von den Märkten genau verfolgt. Der Fed-Chef bestätigte das Dilemma der Notenbank: Preisstabilität und Wachstumsschutz lassen sich gerade kaum gleichzeitig verfolgen. Sein Bekenntnis, die Inflation nachhaltig auf 2 Prozent zu drücken, ließ Zinssenkungshoffnungen weiter schwinden.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Gold?

Seit Beginn des Iran-Krieges haben die Markterwartungen eine bemerkenswerte Drehung vollzogen. Statt auf Zinssenkungen setzen Händler nun zu etwa einem Drittel auf eine Zinserhöhung bis Jahresende — bei einem aktuellen Fed-Leitzins zwischen 3,50 und 3,75 Prozent. Höhere Zinsen verteuern die Haltung von Gold, das keine Rendite abwirft. Kein Wunder also, dass der Kurs seit seinem Rekordhoch gut 16 Prozent nachgegeben hat.

Physischer Markt sendet andere Signale

Interessant ist, was sich abseits der Spotpreise abspielt. Während der Referenzpreis nachgibt, steigen die Aufgelder im physischen Handel — der Spread bei Krügerrand-Münzen erreichte ein 7-Wochen-Hoch von durchschnittlich 7,43 Prozent. Das deutet auf anhaltende Nachfrage nach greifbarem Metall hin, auch wenn der Papiergoldmarkt korrigiert.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Gold?

Institutionelle Häuser halten ihre bullischen Ziele aufrecht. JP Morgan, UBS und BNP Paribas sehen den aktuellen Rückgang als technische Bereinigung, nicht als Trendwende. UBS nennt 6.200 US-Dollar bis Mitte 2026 als Ziel, BNP Paribas 6.000 US-Dollar bis Jahresende. Zentralbanken aus Schwellenländern bleiben laut Quelltext netto auf der Käuferseite.

Nonfarm Payrolls als Richtungsgeber für April

Ob sich der Rückgang fortsetzt oder eine Stabilisierung einsetzt, dürfte sich bis Ende der Woche klären. Die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag gelten als nächster belastbarer Hinweis darauf, wie viel Spielraum die Fed tatsächlich hat. Hält die technische Unterstützung bei rund 4.373 US-Dollar, wäre das ein erstes Zeichen für eine Bodenbildung. Gibt sie nach, öffnet sich Raum für weitere Abgaben — bevor langfristig orientierte Käufer wieder aktiv werden dürften.

Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 30. März liefert die Antwort:

Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Gold

Über Felix Baarz 2742 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.