Gold stabilisiert sich am Freitag leicht im Plus, findet aber keinen Schwung. Der Grund liegt in der Geldpolitik: Die Risiken weiterer Zinserhöhungen der US-Notenbank hängen wie ein Deckel über dem Edelmetall. Der Preis pendelt unter der Marke von 4.200 Dollar je Unze.
Dollar-Schwäche reicht nicht für den Ausbruch
Eigentlich liefert das Umfeld etwas Rückenwind. Der US-Dollar steuert auf seinen ersten Wochenverlust seit fünf Wochen zu, was Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger macht. Auch die Renditen von US-Staatsanleihen haben sich nach dem scharfen Rücksetzer vom Donnerstag stabilisiert.
Allerdings genügt das nicht. Wer Zinsen für wahrscheinlicher hält, die weiter steigen, sieht in einem Metall ohne Ertrag wenig Anreiz. Gold wirft keine Zinsen ab, und jede Erwartung höherer Renditen erhöht die Opportunitätskosten der Anlage.
Technisch ohne klare Richtung
Auch das Chartbild gibt wenig Orientierung. Die technischen Indikatoren senden gemischte Signale, der Markt konsolidiert in einer engen Spanne unterhalb von 4.200 Dollar. Weder Käufer noch Verkäufer haben bislang die Oberhand.
Das passt zu einem Handel, in dem Anleger auf frische Impulse warten. Solange die Fed-Erwartungen hawkisch bleiben, dürfte jeder Anstieg schnell auf Gewinnmitnahmen treffen.
Kupfer als Kontrast
Am Rohstoffmarkt richtet sich der Blick derweil auf ein anderes Metall. Nach Schätzungen von S&P Global könnte der weltweite Kupferbedarf von rund 28 Millionen Tonnen im Jahr 2025 auf etwa 42 Millionen Tonnen im Jahr 2040 steigen. Treiber sind Rechenzentren, Elektroautos und der Ausbau der Stromnetze. Strukturell droht dort laut dieser Einschätzung ein größerer Engpass als bei Gold, Silber oder Öl.
Für Gold bleibt die Lage kurzfristig an die Zinsdebatte gekoppelt. Ein Ausbruch über 4.200 Dollar setzt voraus, dass der Dollar weiter nachgibt und die Renditen nicht erneut anziehen. Fällt der Preis dagegen unter das Niveau des Donnerstags-Rücksetzers, rückt die untere Kante der aktuellen Handelsspanne in den Blick.
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