Nach dem kräftigen Sprung über 4.400 Dollar tritt Gold auf der Stelle. Das Edelmetall erreichte das höchste Niveau seit dem 5. Juni, konnte die Gewinne der asiatischen Handelssitzung aber nicht halten. Ein fester Dollar drückt den Preis zurück unter die 4.400-Dollar-Marke.
Zinserwartungen als Taktgeber
Der Rücksetzer hat einen klaren Auslöser: Wetten auf eine Fed-Zinserhöhung halten sich hartnäckig, befeuert von Inflationssorgen wegen volatiler Ölpreise. Ein starker Dollar macht Gold für Käufer außerhalb der USA teurer und bremst damit die Rally. Hinzu kommen geopolitische Risiken rund um den Iran-Konflikt, die den Dollar zusätzlich stützen und den Goldpreis intraday unter Druck setzen.
Gleichzeitig hat sich das Bild bei den Zinserwartungen in den vergangenen Tagen spürbar gedreht. Ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht für Juli sowie Verbraucherpreise im Rahmen der Erwartungen nehmen der Fed etwas den Druck. Laut dem CME FedWatch Tool rechnen inzwischen nur noch rund 40 Prozent der Marktteilnehmer mit einer Zinserhöhung im September — eine Woche zuvor lag dieser Wert noch bei etwa 54 Prozent. Der am aktivsten gehandelte Dezember-Future notierte zuletzt bei 4.454,70 Dollar je Feinunze, leicht unter dem Vortagesniveau.
Charttechnik deutet auf neue Bewegung
Auffällig ist die derzeit extrem enge Handelsspanne beim Gold, die sich in den Bollinger-Bändern zeigt. Solche Muster gelten unter Marktbeobachtern häufig als Vorbote größerer Kursausschläge — ähnliche Formationen tauchen aktuell auch bei anderen Assetklassen auf. Ob sich die Bewegung nach oben oder unten löst, hängt maßgeblich von den kommenden US-Erzeugerpreisdaten ab, die weitere Hinweise auf den Fed-Kurs liefern dürften.
Die Gemengelage bleibt widersprüchlich: Einerseits sprechen nachlassender Zinsdruck und geopolitische Unsicherheit für Gold als Absicherung. Andererseits hält ein robuster Dollar die Rally kurzfristig im Zaum. Die nächsten Wochen dürften zeigen, ob die enge Handelsspanne der Auftakt zu einer neuen Aufwärtsbewegung ist oder nur eine Verschnaufpause nach dem jüngsten Anstieg.
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